Zuwachs vor GroKo-Wahl Sieben neue SPD-Mitglieder im nördlichen Emsland

Von Katharina Preuth

Die SPD-Mitglieder stimmen jetzt über den Koalitionsvertrag von Sozialdemokraten und Union ab. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpaDie SPD-Mitglieder stimmen jetzt über den Koalitionsvertrag von Sozialdemokraten und Union ab. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Papenburg. Seit Neujahr sind bis zum Stichtag Mittwoch, 6. Februar um 18 Uhr, im Emsland 45 Mitglieder neu in die SPD eingetreten. Davon waren es im nördlichen Emsland sieben neue Sozialdemokraten. Nachdem sich SPD und CDU auf einen Koalitionsvertrag geeinigt haben, stimmt die SPD-Basis über die gemeinsame Regierung ab.

Die Jusos haben nach dem Sonderparteitag der SPD Ende Januar dazu aufgerufen, in die Partei einzutreten und gegen die von ihnen nicht gewollte Große Koalition zu stimmen. Mitglieder der SPD haben die Möglichkeit über den von den beiden großen Parteien erarbeiteten Koalitionsvertrag abzustimmen. Erst nach dem Votum der Mitglieder kann es zu einer neuen Regierung kommen. Diese wichtige Entscheidung wollen bundesweit über 24.000 Neumitglieder mittragen, so viele sind alleine in diesem Jahr hinzugekommen. Die SPD im Emsland verzeichnet dabei 45 Neueintritte. „Wir befinden uns in einem absoluten Ausnahmezustand“, erklärt Geschäftsstellenleiter Carsten Primke.

Eintrittswelle

Nach einer Eintrittswelle zur Kanzlerschaft von Martin Schulz und einer nach der Bundestagswahl haben die Sozialdemokraten eine dritte Welle in kurzer Zeit hinter sich. „Das Besondere ist, dass jetzt innerhalb von nur knapp zwei Wochen der Ansturm kam und nicht wie bei dem Schulz-Hype über mehrere Wochen“, so Primke.

Obwohl viele mit ihrem Eintritt dem Aufruf der Jusos folgten seien doch die wenigsten unter 35 Jahre und damit im Juso-Alter. Die meisten Neuen sind über 40, so Primke. Gleichzeitig sei es nicht der Fall, dass alle Neumitglieder gegen eine Große Koalition voten würden, wie von den Jusos gehofft. „Wir haben sowohl Befürworter als auch Gegner dabei“, sagt der Emsland Geschäftsstellenleiter.

Kraftakt der Ortsvereine

Bis Mittwoch, 6. Februar, war es möglich, in die Partei einzutreten und noch an der Abstimmung um den Koalitionsvertrag teilzunehmen. Das erforderte in den vergangenen Tagen einen Kraftakt der Ortsvereine. Die jeweiligen Vorstände müssen der Aufnahme eines Neumitglieds per Beschluss zustimmen. In eiligen Gesprächen und Telefonkonferenzen bewerkstelligten sämtliche Ortsvereine im Emsland das Verfahren rechtzeitig und alle Neumitglieder sind stimmberechtigt.

Natürlich hoffen die Ortsvereine, dass die Mitglieder nicht nach der Stimmabgabe die Partei wieder verlassen, sondern sich auf Dauer an der politischen Gestaltung vor Ort beteiligen. „Für die Partei sind die Neueintritte eine Bereicherung. Ich empfinde das große Interesse als positiv“, sagt Carsten Primke.

Austritt nach der Abstimmung

In Papenburg ist Patrick Nintemann dem Aufruf gefolgt und jetzt bei den Sozialdemokraten. „Ich war vorher noch nie in einer Partei Mitglied“, erklärt er. Nach der Abstimmung möchte er wieder austreten. „Und ich finde das auch legitim, weil die Jusos ja sogar dazu aufgerufen haben“, so Nintemann. Er wird seine Stimme gegen eine Große Koalition einsetzen, da der Papenburger die AFD als stärkste Opposition verhindern will. Außerdem befürchtet er ein noch schlechteres Abschneiden der SPD bei der nächsten Bundestagswahl, nach dem sie weitere vier Jahre in der Großen Koalition hinter sich haben.