Werkstätten für Menschen mit Behinderungen geplant St.-Lukas-Heim kauft ehemalige Tischlerei in Papenburg

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Papenburg. Das Papenburger St.-Lukas-Heim hat das Betriebsgelände der insolventen Tischlerei Leo Lampen an der Flachsmeerstraße gekauft. Das Areal soll zunächst teilweise zu Werkstätten für Menschen mit Behinderungen umgebaut werden.

Den ersten Härtetest hat die jüngste Errungenschaft des St.-Lukas-Heimes, zu dem die Caritas-Werkstätten nördliches Emsland GmbH gehört, schon bestanden. Mit fast 800 Leuten feierte die im nördlichen Emsland weitverzweigte Einrichtung mit Wohnformen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, die 2017 auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, ein Mitarbeiterfest. „Das war auch ein großes Dankeschön. Ohne unsere Mitarbeiter wäre das St.-Lukas-Heim nicht da, wo es heute ist“, sagt Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker im Gespräch mit unserer Redaktion.

Stillschweigen bei Kaufpreis

Zum Kaufpreis für das Lampen-Areal – der 1908 gegründete Betrieb gab 2016 insolvenzbedingt auf – machte Mäsker auf Nachfrage keine Angaben. Darüber sei zwischen den Verhandlungspartnern Stillschweigen vereinbart worden. Fest steht, dass das Betriebsgelände rund 13.000 Quadratmeter und die Gebäudeflächen 3500 Quadratmeter umfassen.

Handlungsdruck genommen

Wie Mäsker weiter ausführt, verschafft sich das in den vergangenen Jahren stets gewachsene St.-Lukas-Heim mit derzeit 1080 Mitarbeitern durch den Immobilienkauf Luft. „Das nimmt uns zumindest in Papenburg den Handlungsdruck für die nächsten Jahre.“ Denn ein Teil der Gebäude der Caritaswerkstätten an der Werthmannstraße sei inzwischen „weitgehend abgängig“, sagt Mäsker. „Dort haben wir seit Jahren Probleme.“ Als Beispiele nennt er Leckagen, den Zustand der Sanitäranlagen und – nach gegenwärtigen Maßstäben betrachtet – energetische Unzulänglichkeiten mit Einscheibenverglasung ohne Dämmung. Die betreffenden Gebäude stammten aus dem Jahr 1978.

Sanierung aus Kostengründen verworfen

Mäsker berichtet, dass bereits sein Amtsvorgänger Hans-Heinrich Hebler Sanierungspläne im Blick gehabt habe. Sämtliche Überlegungen seien aus Kostengründen aber verworfen worden. Ohnehin sei eine Sanierung im Bestand für die rund 330 Werkstattbeschäftigten dort nicht zumutbar.

Zuletzt 25 Neuaufnahmen pro Jahr

In den Werkstätten in Papenburg, Dörpen und Börger sind derzeit insgesamt rund 850 Menschen mit Behinderungen beschäftigt. „Wir sind stetig gewachsen“, sagt Mäsker. Durchschnittlich habe das St.-Lukas-Heim in den vergangenen Jahren 15 Neuaufnahmen pro Jahr verzeichnet, 2017 seien es aber 25 gewesen. „Unsere Einrichtungen sind alle bis zum Anschlag voll. Wenn das so weitergeht und wir dem steigenden Platzbedarf nicht entsprechen können, wären wir in den Jahren 2019 und 2020 nicht aufnahmefähig“, betont der Geschäftsführer. Er rechnet mit einem weiter steigenden Platzbedarf für Menschen mit schweren und Mehrfachbehinderungen.

Umbau soll in diesem Jahr starten

Durch den Kauf des ehemaligen Lampen-Geländes will das St.-Lukas-Heim die Wäscherei und die Tischlerei von der Werthmannstraße an die Flachsmeerstraße umsiedeln. Der Beginn der Umbauarbeiten ist für dieses Jahr geplant.

In einem zweiten Schritt sollen die Werkstattgebäude an der Werthmannstraße teilweise abgerissen und durch einen Neubau der Küche inklusive Mensa ersetzt werden. Denn wie Mäsker erläutert, ist auch die St.-Lukas-Heim-Küche, die in einem rückwärtigen Altbau zwischen Verwaltung und Kinderhaus am Gasthauskanal eingerichtet ist, buchstäblich in die Jahre gekommen. „Die Küche ist von 1972“, sagt Mäsker. Auch dort stoße das St.-Lukas-Heim längst an Kapazitätsgrenzen. Nach den Worten des Geschäftsführers werden in der Küche täglich etwa 800 Essen zubereitet. Anders als bisher sollen in der neuen Küche dann auch Menschen mit Behinderungen mitarbeiten.

Enorme Lagerkapazitäten

Auf dem Ex-Lampen-Gelände findet das St.-Lukas-Heim Mäsker zufolge überdies enorme Lagerkapazitäten vor, etwa für die Zuliefererprodukte, die in den Werkstätten beispielsweise für die Meyer Werft (Kabelmontage) hergestellt werden. „Die Halle gibt uns Möglichkeiten, flexibler auf Bedarfe zu reagieren“, sagt Mäsker. In den Büroräumen der früheren Tischlerei Lampen könnten Verwaltungsräume für begleitende Dienste des St.-Lukas-Heimes entstehen.

Mäsker zeigt sich erfreut über den Immobilienzugewinn. „So schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe und geben uns die Gelegenheit, weitere Möglichkeiten zu schaffen, dass Menschen mehr Teilhabe am Arbeitsleben bekommen.“


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