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06.02.2018, 19:20 Uhr KOMMENTAR

Zum vorzeitigen Amtszeitende für Papenburgs Ersten Stadtrat: Der nächste Schuss muss sitzen

Kommentar von Gerd Schade

Vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück einigten sich Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft und Erster Stadtrat Martin Lutz auf ein vorzeitiges Ende des Wahlbeamtenverhältnisses für Lutz. Foto: David Ebener/ArchivVor dem Verwaltungsgericht Osnabrück einigten sich Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft und Erster Stadtrat Martin Lutz auf ein vorzeitiges Ende des Wahlbeamtenverhältnisses für Lutz. Foto: David Ebener/Archiv

Papenburg. Mit dem vorzeitigen Ende des Wahlbeamtenverhältnisses für Papenburgs Ersten Stadtrat Martin Lutz wird in der Verwaltungsspitze der Fehnstadt der Weg frei für einen Neuanfang. Er ist bitter nötig. Ein Kommentar.

Na endlich: Nun doch früher als quälend lange zu befürchten war, wird einer der wichtigsten Posten im Papenburger Rathaus offiziell bald wieder frei. Mit der vorzeitigen Beendigung des Wahlbeamtenverhältnisses für den Ersten Stadtrat und Kämmerer Martin Lutz besteht an der Verwaltungsspitze die Chance für einen Neuanfang.

Er ist bitter nötig – auch, weil sich die Stadt an anderen bedeutenden Stellen im Rathaus weitere personelle Querelen leistet, wie das zähe Ringen um die Führung des Fachbereichs Kultur zeigt. Hier ist das Ende noch offen.

Zumindest der lange Zeit lähmende Zwist zwischen Lutz und Bürgermeister Jan Peter Bechtluft ist nun beendet. Mit Ruhm hat sich dabei keiner der Beteiligten bekleckert – auch wenn im Angesicht unwägbarer Prozessrisiken am Schluss offenbar doch die Vernunft gesiegt hat. Viel zu lange schon standen Politik und Verwaltung vor dem Scherbenhaufen eines völlig zerrütteten Dienstverhältnisses.

Nur gut, dass zumindest in der zweiten Reihe fähige Köpfe sitzen. So sorgt beispielsweise seit Lutz’ Abwesenheit der Leiter des Fachbereichs Finanzen, Jürgen Schendzielorz, auf wohltuend sachlich-seriöse Art dafür, dass bei den wichtigen Weichenstellungen der Stadt keine Lähmung um sich greift. Die kann sich Papenburg bei Großaufgaben wie Schleusensanierung, Umbau der Mittelkanalschule sowie bei der Ausweitung des Kindergarten- und Krippenplatzangebotes auch gar nicht leisten.

Derweil werden die Bewerber für die Lutz-Nachfolge genau hinschauen, auf wen sie sich im Rathaus womöglich einlassen. Für die Stadt gilt bei der Neubesetzung im Gegenzug: Der nächste Schuss muss sitzen.


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