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Carola Seelis neue Vorsitzende Papenburger Kulturamtsstreit belastet Altenkamp-Förderverein

Von Jonas Brinker


jbri Aschendorf. Mit einem einstimmigen Wahlergebnis hat Carola Seelis im Förderverein Freundeskreis Gut Altenkamp die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Rainer Krieger angetreten. Er fungiert künftig als Beisitzer. Derweil ragte das Ausmaß der personellen Querelen des städtischen Fachbereichs Kultur auch in die Mitgliederversammlung am Montagabend in Aschendorf hinein.

In seinem Rückblick als Vorsitzender berichtete Krieger, der seinen Führungsposten auf eigenen Wunsch zur Verfügung stellte, dass in den vergangenen Jahren vom Freundeskreis ungefähr 190.000 Euro investiert wurden, beispielsweise für Beleuchtung und Klimatechnik auf Gut Altenkamp, für Bilderrahmen oder den Museumsshop. „Wir nehmen außerdem der Stadt Papenburg eine Ausstellung pro Jahr ab, die wir vom Freundeskreis finanzieren“, sagte Krieger. 2017 sei zudem ein mobiles Atelier der Kunstschule Zinnober mitfinanziert worden, welches einen besonderen Malort ohne Fenster bietet.

Lusthaus soll wieder aufgebaut werden

Für 2018 ist laut Freundeskreis weiterhin geplant, das Gut Altenkamp in ein Gesamtvermarktungskonzept einzubinden, um mehr Besucher zu gewinnen. Zudem wollen die rund 170 Mitglieder das ehemalige Gartenhaus des Parks, auch Lusthaus genannt, wiederaufbauen. „Bislang steht dort nur ein Torso“, sagte Krieger. Finanziell könne der Verein das zwar nicht stemmen, er wolle aber „eine Ideenskizze für die Stadt Papenburg liefern.“

Bürgermeister würdigt scheidenden Vorsitzenden

Auf den Posten der zweiten Vorsitzenden, den bislang Carola Seelis innehatte, wählten die Mitglieder Marie Santen. Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) dankte Krieger, der dem Vorstand als Beisitzer erhalten bleibt, für seine Arbeit für die Kultur in Papenburg: „Sie haben sich mehr als vier Jahrzehnte für das kulturelle Leben in Papenburg verdient gemacht.“ Krieger, ehemaliger Direktor der Volkshochschule, gehörte seit Gründung des Vereins 2004 zum Vorstand, seit 2008 führte er als Vorsitzender die Geschicke des Freundeskreises.

Schriftführer zieht Unmut auf sich

Den Vorstand komplettieren Heiko Engbers als Kassenwart und Marco Malorny als Schriftführer. Malorny zog während der Versammlung allerdings den Unmut von mehreren Mitgliedern auf sich. Beim Rückblick auf das vergangene Jahr wollte er nichts sagen, weil er bei den meisten Ausstellungen „nicht anwesend und nicht zuständig“ gewesen sei. Auch einen Ausblick für 2018 wollte Malorny nicht geben. Die Stadt und er befinden sich seit seiner Absetzung als Kulturamtsleiter durch Bechtluft im vergangenen Jahr in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung.

Zusammenarbeit mit Stiftung in Gefahr

Nach kritischen Kommentaren der versammelten Mitglieder, die Malorny aufforderten, sich zu neuen Ausstellungen zu äußern, schwieg dieser zunächst weiterhin. Erst auf ausdrückliche Zustimmung von Bechtluft („wegen meiner dürfen Sie gerne berichten“), brach Malorny sein Schweigen: Nach seinen Worten sind zwei Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlern geplant, darunter auch eine mit einem deutschen Zeichner, mit dem ein Studentenprojekt vorgesehen ist.

Die Mitglieder selbst fanden die Ausführungen unbefriedigend. Gerade die langjährige Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus Berlin, die viele Werke nach Aschendorf ausleiht, sehen einige bedroht. „Es entsteht ein Schaden, der nicht mehr zu korrigieren ist“, sagte Vereinsmitglieder Hans-Michael Goldmann. Malorny erwiderte, dass er „später dazu etwas bekannt geben“ werde.

„Grand Voyage Díner“ geplant

Unterdessen berichtete der neue Kulturreferent Ansgar Ahlers von einer Veranstaltung, die auf Gut Altenkamp umgesetzt werden solle. Mit dem Titel „Grand Voyage Díner“ werde ein interaktives, historisches Sommerevent konzipiert. Dabei sollen die Besucher von den Gründerjahren 1728 bis heute in die Geschichte des Gut Altenkamps eintauchen. Am 14., 15. und 16. September 2018 wird es Ahlers zufolge ein Event geben „das es in dieser Art so noch nicht gegeben hat.“ Unter anderem seien ein Barock-Essen und viele historische Führungen durch das Gut geplant. Den Abschluss soll eine Projektion an der Fassade des Gut Altenkamps bilden, bei dem die Geschichte dargestellt werde.

Die Vorstellung des Vorhabens steht zur Abstimmung auf der Tagesordnung für die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Tourismus, der am Mittwoch, 7. Februar 2018, ab 17 Uhr im Rathaus tagt.