Weg vom Hauptkanal Marien-Hospital in Papenburg will Haupteingang verlegen

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Papenburg. Das Marien-Hospital in Papenburg will seinen Haupteingang mittelfristig vom Hauptkanal weg nach hinten in Richtung Ärztehaus verlegen. Das Verwaltungsgebäude, in dem auch die Krankenpflegeschule ihr Domizil hat, soll abgerissen und die Einrichtungen anderweitig untergebracht werden.

„Ein Krankenhaus ist immer eine Baustelle“, hat der Geschäftsführer des Marien-Hospitals, Matthias Bitter, mal gesagt. Am Montagabend stellte er zusammen mit dem Technischen Leiter des Hospitals, Thomas Krallmann, rund 40 Mitgliedern des Wirtschaftsforums Papenburg bei einer Betriebsbesichtigung die Perspektivplanungen für das Haus vor. Demnach umfasst das Gesamtbudget für die vorgesehenen baulichen Veränderungen rund 25 Millionen Euro. Die Umsetzung hängt Krallmann zufolge von der Bewilligung der entsprechenden Landesmittel ab, die Umsetzungsdauer taxierte der Technische Leiter auf sechs bis sieben Jahre. Was die Mittelfreigabe betrifft, zeigte sich Krallmann zuversichtlich. „Wir haben beim Land einen Fuß in der Tür und hoffen sehr, dass wir bei der Bewilligung nun schneller vorankommen“. Das Krankenhaus hatte schon vor Jahren einen umfassenden Orientierungsantrag in Hannover hinterlegt.

Umbau der Notaufnahme ab Sommer

Teil dessen sind auch der Umbau der Zentralen Notaufnahme (ZNA) und die Erweiterung der Kardiologie um einen Linksherzkathetermessplatz (wir berichteten mehrfach). Die mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 7,6 Millionen Euro veranschlagten Arbeiten, an dessen Finanzierung sich das Land mit 6,3 Millionen Euro sowie Stadt und Landkreis mit je 314.000 Euro beteiligen, sollen im Sommer 2018 starten. In der neuen ZNA sollen zehn Behandlungsräume entstehen.

Hautpteingang im jetzigen Café-Bereich

Den Haupteingang will das Hospital dorthin verlegen, wo sich heute das Café befindet. Das Café soll Bitter und Krallmann zufolge aber im künftigen Haupteingangsbereich bleiben. Durch den Abriss des Verwaltungsgebäudes – das frühere Elisabethwohnheim – solle die Anbindung an die Parkplätze verbessert werden. „Patienten und Besucher sollen sich besser orientieren können“, sagte Krallmann.

Kinderklinik an der Hauptkanalseite?

In einem zweiten Schritt ist ein Umbau des zur Kanalseite gelegenen Traktes vorgesehen. Dort skizzierten Krallmann und Bitter die Möglichkeit einer Kinderklinik. Weiter im Blick hat das Hospital auch den Aufbau einer neurologischen Abteilung.

Verwinkelt und Verbaut

Den verwinkelten beziehungsweise über die Jahrzehnte verbauten Zustand des Krankenhausgebäudes erklärte Krallmann mit der geschichtlichen Entwicklung des Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Hauses. „Ich bin seit inzwischen 17 Jahren hier, entdecke aber gelegentlich noch heute Räume, in denen ich noch nie gewesen bin“, sagte Krallmann schmunzelnd. Nach seiner Auffassung sei vor langer Zeit wohl aus finanziellen Gründen der Zeitpunkt verpasst worden, das Gebäude abzureißen und neu zu bauen. Heute müssten Patienten, Besucher und Mitarbeiter mit zahlreichen Ebenenversprüngen leben. Sie sollen so umfassend wie möglich reduziert werden. Bitter machte keinen Hehl daraus, dass vom jetzigen Zustand mit langen Wegen zwischen den Abteilungen verständlicherweise „alle genervt sind“.

Drei starke Hauptsegel

Er verglich die grundsätzliche Situation des Marien-Hospitals mit einem Segelschiff, dessen Antrieb (Wind) die zuletzt rund 11.700 Patienten pro Jahr seien. Als starke Hauptsegel nannte der Geschäftsführer, der das Haus zum Sommer auf eigenen Wunsch verlässt, die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Aschendorf, die Kardiologie sowie die Orthopädie/Unfallchirurgie. Mit Fachbereichen wie Pädiatrie oder Gynäkologie/Geburtshilfe ließen sich für ein Krankenhaus hingegen keine positiven Deckungsbeiträge erzielen, so Bitter. Gleichwohl seien die Abteilungen für die Menschen in der Region wichtig. Und im Sinne der Patienten sei beispielsweise auch die Förderung der natürlichen Geburt, auch wenn ein Kaiserschnitt aus ökonomischer Sicht deutlich reizvoller sei.

Auf Kernkompetenz besonnen

Mit der finanziellen Entwicklung des Marien-Hospitals, das 2011 mit einem Schuldenstand von 8,5 Millionen Euro von der Lingener St.-Bonifatiushospitalgesellschaft übernommen und in einen Krankenhausverbund eingegliedert wurde, zeigte sich Bitter „sehr zufrieden“. Das sei nicht zuletzt auch ein Verdienst der Mitarbeiter. Die Strategie, sich auf die Kernkompetenz Krankenhausbetrieb zu besinnen, sei aufgegangen. Gleichwohl stecke auch das Hospital wie viele andere Krankenhäuser grundsätzlich in einer schwierigen Situation, weil die Finanzierung sowohl der Betriebs- als auch der Investitionskosten strukturell nicht auskömmlich sei.

„Ausschließlich positive Schlagzeilen“

Bitter betonte, dass ein Krankenhaus für eine Stadt grundsätzlich ausschließlich positive Schlagzeilen mache. Vom jährlichen Personalkostenbudget des Marien-Hospitals, rund 35 Millionen Euro, fließe viel Kaufkraft in die Region, ein Krankenhaus mache eine Stadt attraktiver, und auf dessen Baustellen würden Handwerksbetriebe aus der Region beschäftigt.

Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten ausbaufähig

Das Marien-Hospital ist nach Bitters Auffassung in Papenburg fest verwurzelt und akzeptiert und habe starke lokale Fürsprecher. Die Positionierung bei den Bürgern bezeichnete er als „gut bis sehr gut“. Die Einbindung der niedergelassenen Ärzte sei hingegen weiter ausbaufähig.


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