Landesmittel sind aufgebraucht Papenburger Verein konnte nur 14 Katzen kastrieren

Von Katharina Preuth


Papenburg. Von dem Geld, das das Land Niedersachsen Vereinen für die Kastration von streunenden Katzen zur Verfügung gestellt hat, konnte der Verein „Streunerkatzen Papenburg“ nur 14 Tiere behandeln lassen. Statt – wie vorgesehen – für drei Monate haben die gesamten niedersächsischen Mittel von 200.000 Euro landesweit nur für 14 Tage gereicht.

„Wir hatten einen logistischen Masterplan“, erzählt Alexandra Weich, 2. Vorsitzende des Vereins. Von Januar bis März wollten sie mit der finanziellen Unterstützung des Landes so viele Streuner wie möglich kastrieren. Da die Mitglieder berufstätig sind, blieben für die Jagd nur die Abendstunden. Außerdem müssen sie die Termine mit den Tierärzten abstimmen. Mit großem Aufwand haben sie es dennoch geschafft bis in den März hinein einen Fangtang pro Woche zu organisieren. Das hat sich jetzt erst einmal erledigt, da weitere Kastrationen nun wieder aus der Kasse des Vereins gezahlt werden müssten.

Der Fonds ist aufgebraucht

Auch schon für die Aktion an diesem Abend bekommen sie keinen Zuschuss vom Land. „Wir haben den Tag über beobachtet, wie der Fonds sich minütlich geleert hat, bis dann irgendwann nichts mehr übrig war“, zeigt sich Weich enttäuscht. Dennoch haben sie sich entschlossen den Fangtag für heute nicht abzusagen und die Kastrationen selbst zu zahlen. An drei Stellen sind die Mitglieder an diesem Abend aktiv. Weich ist gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden des Vereins, Christine Hoburg, am Splitting unterwegs. Eine Familie habe von der niedersächsischen Aktion erfahren, sich an einen Tierarzt gewendet, und dieser wiederum sprach den Verein an. So haben die Tierschützer von den fünf Streunern erfahren, die sich seit Jahren im Schuppen der Familie eingerichtet haben. „Sie haben schon Nachwuchs bekommen, für den die Familie selbst neue Besitzer gefunden hat“, sagt Hoburg. Doch noch mehr Katzen könnten sie hier nicht gebrauchen.

Im Schuppen gibt es viele Verstecke

Schon in der Woche zuvor haben sie die ersten drei Tiere erwischt, an diesem Abend hoffen sie auf die verbleibenden zwei. Bei vier Grad und völliger Dunkelheit machen sich die beiden mit Taschenlampen und einer Falle auf in den Schuppen. Direkt schlägt ihnen ein beißender Geruch entgegen. „Das ist Urin eines nicht kastrierten Katers, er hat sein Revier markiert“, erklärt Weich. Mit den Lampen leuchten sie in die zugestellten Ecken des Gebäudes. „Hier fühlen sich Streuner besonders wohl“, sagt sie und zeigt auf gestapelte Holzscheite auf der einen Seite und auf ein Durcheinander von Blumentöpfen, Werkzeug und Styroporboxen auf der anderen. Schutz gegen die Kälte gebe es hier, außerdem viele Verstecke.

Mit routinierten Handgriffen präpariert Weich die Falle. In eine Schüssel gibt sie das mitgebrachte Katzenfutter und stellt sie in die Gitterfalle. Jetzt heißt es: warten. Die Katzenliebhaberinnen entfernen sich von der Falle, um die Katze nicht zu verschrecken. Gleichzeitig bleiben sie in Hörweite. So können sie direkt reagieren, wenn die Falle zuschnappt. Mitten im Gespräch etwa 20 Meter vom Schuppen entfernt, ist dann tatsächlich ein leiser Knall zu vernehmen. Schnell stürzen Weich und Hoburg zurück in die Scheune. Sie wollen nicht, dass die Katze, sollte ihnen denn eine in die Falle gegangen sein, sich in ihrer Angst verletzt.

140 Euro pro Katze

Durch die Gitterstäbe hindurch schaut ein orange-weiß gefleckter Kater. Um ihn zu beruhigen, wirft Hoburg eine Decke über die Falle. Doch das scheint hier überflüssig. „So entspannt sind die wenigsten“, so Weich. Warum das bei diesem Kater so ist, klärt sich wenige Minuten später. Der Hausbesitzer bemerkt bei einem Blick auf den Streuner, dass genau dieser in der vergangenen Woche von Vereinsmitgliedern gefangen wurde und bereits unter dem Messer war. Eine Auflage des Landes ist, die streunenden Tiere zurück an ihren Fundort zu bringen. Das Ergebnis in diesem Fall ist, dass Weich und Hoburg den Kater direkt wieder frei lassen. An diesem Abend gelingt es ihnen, statt sieben nur zwei Katzen zu fangen. „Das passiert leider relativ oft, aber dann kommen wir einfach wieder“, sagt Weich. Die Termine mit dem Tierarzt für die nächsten Wochen haben sie jedoch zunächst gestrichen. Ohne das Geld des Landes beginnt wieder das Kalkulieren. Immerhin zahlen sie pro Katze im Schnitt 140 Euro. Da sei aber eine Wurm- und Flohkur inbegriffen.