Öffentliche Parkplätze blockiert Irische Reisetruppe sorgt für Aufmerksamkeit in Papenburg

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Papenburg. Eine irische Reisetruppe mit etwa zehn Wohnwagen hat in den vergangenen Tagen für Aufmerksamkeit in der Stadt Papenburg gesorgt. Da die Truppe über mehrere Tage öffentliche Parkplatzflächen blockierte, laut Stadtverwaltung aber „nicht zahlungsfähig“ war, wurde sie zur Weiterfahrt aufgefordert.

Bundesweit machen die als „irische Traveller“, „Landfahrer“ oder „Tinker“ bezeichneten Gruppen seit längerer Zeit auf sich aufmerksam. Sie leben wie moderne Nomaden über Monate oder gar Jahre in augenscheinlich modernen und großen Wohnwagen, die nicht selten von modernen SUV neuerer Bauart gezogen werden. Diese stellen sie bevorzugt auf öffentlichen Parkplätzen oder Grünflächen ab, vor allem wohl deshalb, um Kosten für Stellfläche oder Abwasser zu sparen. Die Begleiterscheinungen wie Lärm, Müll, Alkoholgelage, Zechprellungen, Diebstahl oder das Erzeugen öffentlichen Ärgernisses bleiben nicht selten aus.

Bis zu 500 Traveller in Düsseldorf

Die Gruppe von etwa zehn Wohnwagen, die jetzt in der Stadt Papenburg gastierte, war dabei noch vergleichsweise klein. In dem Land in Großbritannien sollen bis zu 30.000 Menschen ein solches Leben als Traveller führen. In Medienberichten aus Hessen ist von bis zu 150 Personen und rund 50 Fahrzeuggespannen die Rede. In Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen sollen es bis zu 500 Iren in 90 Wohnwagen gewesen sein, auch in der Wallfahrtsstadt Kevelaer am Niederrhein fielen Traveller bereits mehrfach negativ auf. Kommunen reagierten mit Platzsperren, Ordnungswidrigkeitsverfahren oder Strafanzeigen bei der Polizei. Wie sich die Iren finanzieren, ist unklar. In Medienberichten ist davon die Rede, sie verdingen sich als Leiharbeiter oder Reinigungskraft. In Düsseldorf sagten sie der Rheinischen Post: „We manage.“ Wir kommen zurecht.

Erst Kirmesmarktplatz, dann an der Bahnspange

Die Iren in Papenburg hatten sich „einige Tage“ im Stadtgebiet aufgehalten, wie Karin Evering, Sprecherin der Stadt Papenburg bestätigte. Zunächst auf dem Kirmesmarktplatz in der Nähe des Rathauses am Untenende. Weil dort vor einigen Tagen der Aufbau des Partyzeltes für die Karnevalstage anstand, zogen sie zum Parkplatz an der Bahnspange um, der 2014 für die Landesgartenschau genutzt wurde. Dort stellte die Gruppe, zu der mehrere Kinder und Hunde gehörten, unter anderem ein Notstromaggregat auf, an das mehrere Wohnwagen angeschlossen wurden, sowie eine große Gasflasche, wohl zum Heizen.

In beiden Fällen wurden öffentliche Verkehrsflächen in Anspruch genommen, bestätigte Evering weiter. „Dabei handelt es sich formal jeweils um eine straßenrechtliche Sondernutzung, die erlaubnispflichtig ist. Die Sondernutzung ist gebührenpflichtig“, stellte die Stadtsprecherin fest. Zahlungswillig waren die britischen Staatsbürger derweil nicht, wie ein Mitarbeiter aus dem Rathaus erfahren musste, der die Iren zur Zahlung aufforderte. „Nachdem die Landfahrer auf die Rechtslage hingewiesen worden sind, teilten sie mit, dass sie derzeit nicht zahlungsfähig seien und Papenburg in Kürze wieder verlassen würden“, so Evering. Das war dann am Mittwochnachmittag tatsächlich der Fall. „Die Zahlung einer Gebühr ist nicht erfolgt“, so die Sprecherin.

Mehrere Müllsäcke hinterlassen

Am Parkplatz an der Bahnspange hinterließen sie mehrere Müllsäcke, Reinigungstücher in den Grünflächen und etwas Stroh, das dem Augenschein nach für die Hundehütten verwendet wurde. Von einer größeren Verwüstung, das muss der Gruppe zugutegehalten werden, kann allerdings nicht die Rede sein. Auch Dennis Dickebohm, Sprecher der Polizei Emsland, bestätigte auf Anfrage, dass im Hinblick auf Strafanzeigen irische Traveller im Emsland bisher kein signifikant großes Problem seien.