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Arbeit ruht für 24 Stunden Streikende blockieren Zugänge zur Meyer Werft

Von Florian Feimann und Gerd Schade


ffe/gs Papenburg. Auch die Beschäftigten der Papenburger Meyer Werft hat die IG Metall zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung startete wie geplant am Freitagmorgen um 6 Uhr.

Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg, erwartet eine gute Streikbeteiligung. „Die Kollegen sind hoch motiviert. Wir rechnen damit, dass sich bis Freitagabend 2000 Kollegen für den Streik registrieren“, sagte Gelder im Gespräch mit unserer Redaktion. Für die Registrierung der Streikenden habe man an Tor 1 und Tor 3 der Meyer Werft Zelte aufgebaut. Zudem wurden die Zugänge zum Werftgelände mit Absperrbaken blockiert.

Mit dem Warnstreik sollen laut Gelder die Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch geholt werden. Die IG Metall fordert weiterhin sechs Prozent mehr Lohn sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf 28 Wochenstunden zu reduzieren, um sich um die Erziehung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen kümmern zu können. Die IG Metall begründet ihre Forderungen mit der guten wirtschaftlichen Lage der Unternehmen, von der die Beschäftigten auch profitieren sollen.

Die bisherigen Angebote der Unternehmen hält Gelder für „inakzeptabel“. Sollten sie keine Verbesserungen vorlegen, seien Gelder zufolge „die Kollegen auch bereit, eine Urabstimmung und einen Erzwingungsstreik durchzuführen.“

Paul Bloem, Werftsprecher und Mitglied der Geschäftsleitung, erklärte auf Anfrage, dass der Arbeitskampf maßgeblich durch die Auseinandersetzung um die bezahlte verkürzte Arbeitszeit geprägt werde. Dies betreffe aber nur die wenigsten Mitarbeiter auf der Werft. „Der 24-Stunden-Streik trifft uns aber alle hart und schadet der Werft insgesamt“, so Bloem. Nach seinen Worten seien der Werft in den vergangenen Wochen durch die verschiedenen Arbeitskampfmaßnahmen mehr als 45.000 Produktionsstunden verloren gegangen seien. „Die Schadenshöhe können wir noch nicht beziffern.“

Vor dem Ganztagsstreik habe es eine große Verunsicherung in der Mitarbeiterschaft gegeben. „Wir hatten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeboten, dass sie Urlaub nehmen oder das Arbeitszeitkonto nutzen könnten. Dieses Angebot haben nach den aktuellen Zahlen auch deutlich mehr als 50 Prozent genutzt“, berichtet Bloem.

Der Streiktag verlaufe bislang ruhig und ohne Probleme. „Die Verabredungen die wir mit der IG Metall und dem Betriebsrat getroffen hatten, sind beidseitig eingehalten worden“, so Bloem.

Unabhängig von den Beschäftigen der Meyer Werft waren am Freitag auch die Mitarbeiter der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Die Neptun Werft ist ebenfalls Teil der Meyer Gruppe. Dort entstehen unter anderem die Maschinenraummodule für die Neubauten der Meyer Werft. Am Donnerstag war die Belegschaft von KS Gleitlager für 24 Stunden in den Ausstand getreten.