zuletzt aktualisiert vor

Arbeit bei KS Gleitlager ruht IG Metall setzt 24-Stunden-Streik in Papenburg um

Von Daniel Gonzalez-Tepper und Mirco Moormann


dgt/mmo Papenburg. Die IG Metall hat am Donnerstag die Ankündigung umgesetzt, die Beschäftigten von KS Gleitlager (Kolbenschmidt) in Papenburg zu einem 24-stündigen Warnstreik aufzurufen. Der Betrieb an der Friesenstraße ruhte von 6 Uhr bis Freitagmorgen um 6 Uhr. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, sprach zu den Streikenden.

Geiken schwor die Angestellten auf den Arbeitskampf ein. Es tue gut „zu sehen, dass die Kollegen zusammen für die Forderungen einstehen“, so Geiken. Mit den Streiks, die in kleinen und auch großen Unternehmen durchgeführt würden, zeige man den Arbeitgebern, „dass wir es ernst meinen“, so der Gewerkschafter. Mit den flexibleren Arbeitszeiten fordere man moderne Verträge, mithilfe derer auch das Image der Branche verbessert und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden könne.

Mit den zwei vorherigen Warnstreiks und dem jüngsten Arbeitskampf habe man die Arbeitgeber aber bereits in Bewegung gebracht. „Es gibt erste Signale, dass es bessere Angebote geben kann“, so Geiken. Am Montag würden die Verhandlungen fortgeführt.

Vorher gibt es an der Meyer-Werft am Freitag ebenfalls Arbeitsniederlegungen. Laut Ludger Husmann, Betriebsratsvorsitzender der Werft, der auch am Warnstreik bei Kolbenschmidt teilnahm, wird ab 7 Uhr gestreikt. Er machte erneut deutlich, dass es „gutes Recht“ sei, die jetzigen Forderungen durchzusetzen. „Die Wirtschaft läuft, die Gewinne sind da, und ihr habt dafür gesorgt, dass das so ist“, so Husmann.

Nur etwa fünf Angestellte arbeiteten

Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden von KS Gleitlager, Frank Sonntag, waren am Donnerstag nur etwa fünf Angestellte aus der Führungsetage im Betrieb verblieben, sämtliche Maschinen und Arbeitsvorgänge des Gleitlagerherstellers für die Automobilindustrie ruhten. Etwa 400 Beschäftigte der Früh-, Spät- und Nachtschicht hatten sich den Tag über aufgeteilt, um sich ebenfalls in „Schichten“ am 24-stündigen Streik zu beteiligen. Für die Streikenden hatte die Gewerkschaft auf dem Parkplatz an der Ecke Friesenstraße/Bahnhofstraße ein kleines Zelt aufgebaut, Flammen loderten aus drei Metalltonnen, aus denen mit einer Flex das Logo der IG Metall herausgeschnitten war.

„Die Abstimmung, ob wir uns beteiligen, ist bei uns so gut wie einstimmig gefallen. Es gab vielleicht zwei, drei, die dagegen waren“, berichtete Sonntag über die Stimmung in der Belegschaft. Der Wille, für mehr Lohn, aber auch flexiblere Arbeitszeiten zu kämpfen, sei enorm hoch. Wie mehrfach berichtet, fordert die IG Metall nicht nur mehr Lohn von sechs Prozent für zwölf Monate, sondern auch die Möglichkeit, die Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden reduzieren zu können, um bei der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen helfen zu können.

Freitag ab 7 Uhr Meyer-Werft betroffen

Nach Angaben von Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg, wird am Freitag ab etwa 7 Uhr auch die Meyer Werft von dem 24-Stunden-Streik betroffen sein. Die Beschäftigten, die zur Frühschicht kommen, werden gleich nach Dienstantritt die Arbeit niederlegen. Beim Fahrzeugwerk Krone in Werlte wird es vorerst keine Streikaktionen geben, betonte Gelder, der am Donnerstag Geburtstag hatte und dem die Streikenden ein spontanes Ständchen brachten.