Geräte liefern Daten zur Atmosphäre Papenburger Schüler starten Wetterballon

Von Katharina Preuth


Papenburg. Um genau 12.03 Uhr am Dienstagmittag schickten die Neuntklässler des Papenburger Gymnasiums ihren Wetterballon auf den Weg. Der Ballon soll Daten zum Aufbau der Atmosphäre liefern.

Eigentlich ist es nicht der bräunliche, im Durchmesser fünf Meter große Ballon, der bei diesem Schülerprojekt im Vordergrund steht. Er dient einzig dazu, die gut verklebte Styroporkiste zu transportieren. In der Box befinden sich verschiedene technische Geräte, die wichtige Daten speichern sollen. Eine Sonde an der Box misst den Luftdruck, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Ein Controller im Inneren speichert die Ergebnisse und eine Actioncam filmt den Flug. „Wenn die Kiste verloren ist, sind die Daten weg“, sagt Schüler Hakim Rachidi.

Genau hier liegt die große Herausforderung. Ein GPS-Signal soll den Schülern helfen, die Gerätschaften später wiederzufinden. Doch zunächst steigt der Ballon etwa 35 Kilometer auf, bis er bei zu geringem Luftdruck platzt. „Das Helium breitet sich aus, bis die Ballonhaut reißt“, erklärt Schülerin Renana Dallmann. In dem Moment öffnet sich ein Fallschirm und die Styroporkiste segelt zurück zu Erde.

Kiste fliegt bis Lüneburg

Auf einer Internetseite haben die an dem Projekt beteiligten Schüler das Gewicht des Ballons oder die Startzeit eingeben können. Die Seite berechnet bis auf etwa zehn Kilometer, wo die Kiste vermutlich herunterkommt. Sie gehen davon aus, dass er es etwa bis nach Lüneburg schaffen könnte. Für den genauen Landepunkt ist der GPS-Melder an Bord. Nach dem Start des Ballons fahren die 14- bis 16-jährigen Schüler gemeinsam mit einigen Eltern dem Ballon hinterher und hoffen die Kiste wiederzufinden.

Seit Anfang des Schuljahres bereiten die Neuntklässler das Projekt vor. Dementsprechend herrscht große Aufregung, als zunächst der GPS-Sender kein Signal sendet. Mit etwa einer Stunde verspätet hebt der mit Helium gefüllte Ballon aber schließlich vom Schulhof ab. Trotz kräftigen Windes schafft er es über die kahlen Bäume hinweg und hat damit die erste Hürde geschafft. Schnell verschwindet ein kleiner werdender brauner Punkt schließlich komplett hinter einer grauen Wolkendecke.

Ein Projekt der MINT-Schüler

Nach der achten Klasse mussten sich die Papenburger Gymnasiasten für eine Spezialisierung entscheiden. Der Wetterballon ist ein Projekt für die sogenannten MINT-Schüler, die sich für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessieren. Dabei arbeiten die Fächer Erdkunde und Physik zusammen, erklärt Erdkundelehrerin Anna Averdung. Mit ihrem Kollegen dem Physiklehrer Christian Beck ist sie für das Projekt verantwortlich.