„Barcode“ und „Intime“ Auch in Papenburger Shisha-Bars ist frische Luft lebenswichtig



Papenburg. Die Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen in Shisha-Bars in Deutschland häufen sich. In Papenburg gibt es zwei Bars. Beide würden den Sicherheitsanforderungen entsprechen, sagt die Stadt. Die Besitzer bestätigen das.

Am Hauptkanal rechts befindet sich die Bar „Barcode“. Selbst zu Mittagszeit, noch bevor die Bar eigentlich geöffnet hat, riecht es in dem Raum nach süßlichem Tabak. Drei der sieben Fenster sind geöffnet. Auf einem Schild an der Tür steht, dass der Zutritt erst ab 18 Jahren gestattet ist. Bei einem kleinen Rundgang weist Barbesitzer Tzemil Demir Oglou auf die zwei Lüftungsanlagen hin, die verbrauchte Luft aus dem Laden ziehen und frische hinein pusten. Außerdem zeigt er auf zwei Halterungen an der Decke, an denen er abends die Kohlenmonoxidmelder anbringe. „Ich nehme die herunter, nachdem ich den Laden geschlossen habe, um die Batterien zu kontrollieren“, sagt der 25-Jährige. Die Melder sollten seiner nach Meinung nach in jeder Shisha-Bar Pflicht sein. „Man sieht das Kohlenmonoxid nicht, so ein Melder kann Leben retten“, so Tzemil Demir Oglou.

Gas-Melder sind Pflicht

Dem stimmt die Stadt Papenburg zu. Die Bar-Betreiber müssen sowohl im Raucher- als auch im Vorbereitungsraum funktionsfähige Kohlenmonoxid-Warnmelder anbringen, teilt Karin Evering von der Stadt mit. Auch sei in beiden Räumen „ein Belüftungssystem zu installieren, das für eine permanente Frischluftzufuhr und Luftzirkulation sorgt“, so Evering.

Beides, den Gasmelder und ein Belüftungssystem, gibt es nach Angaben von Geschäftsführer Jafar Zein auch im Intime, der zweiten Shisha-Bar in Papenburg. „Mein Bruder und ich betreiben die Bar seit drei Jahren, es ist noch nie etwas passiert“, sagt er.

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Tzemil Demir Oglou führt seine Gäste, vor allem diejenigen die zum ersten Mal im Barcode sind, zunächst in einen Raum, in dem er seine Wasserpfeifen und eine kleine Auswahl an Tabak aufbewahrt. Hier erklärt er ihnen die Pfeifen und lässt sie an verschiedenen Tabakdosen riechen. „Der beliebteste Geschmack ist Wassermelone, aber auch da gibt es Unterschiede“, erklärt der Barbesitzer. Je nach Firma sei der Geschmack süßlicher oder intensiver.

Auf die Kohle kommt es an

Doch das wirklich entscheidende sei die Kohle, die später auf dem Wasserpfeifenköpfchen liegt und das Wasser erhitzt. Und eben auch das Kohlenmonoxid produziert. Bei der Verbrennung der Kohle und ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr entsteht das giftige Gas. Tzemil Demir Oglou benutze ausschließlich hochwertige Kokos-Kohle, erklärt er. Nachdem sich die Gäste für eine Geschmacksrichtung entschieden haben, bereitet Tzemil Demir Oglou in einem separaten Raum auf einer Brennplatte die Kohle vor. Er erhitzt die Würfel und legt sie auf ein Sieb, das schließlich auf der Pfeife steht. Drei Stücke sind es pro Pfeife. „Wenn die Kohle komplett durchgeglüht ist, schmeckt die Shisha besser“, sagt der Barbetreiber.

Auch die Brüder Zein im Intime setzen auf die Kokos-Kohle. „Ich vermute, die Läden, in denen es zu Vergiftungen kam, haben schlechte Kohle verwendet“, äußert sich Jafar Zein. Die sorge für Kopfschmerzen und Übelkeit.

Entspannen an der Shisha

Sobald die Shisha auf dem Tisch vor den Gästen steht, sollten diese sich unbesorgt zurücklehnen dürfen. „Hier geht es um Entspannung“, so der Barcode-Chef. Nach einem kräftigen Zug aus dem Schlauch beginnt das Wasser im unteren Bottich leicht zu blubbern. Dampf steigt auf und reicht bis tief in die Lungen der Raucher. Es schmeckt nach Tabak, aber nicht nur. Die leichte Note süßen Rauches sei es, warum die Gäste wiederkämen, so Tzemil Demir Oglou. Das mache Shisha-Rauchen zu etwas Besonderem.

(Weiterlesen: Ärzte fordern Kohlenmonoxid-Melder in Shisha-Bars)

Aber, ermahnt er, er müsse andauernd für frische Luft sorgen. Auf seinen etwa 72 Quadratmeter hätten bis zu 30 Personen Platz. Wenn der Laden gut gefüllt sei, reiße er nicht selten die Vordertür und den Notausgang auf, um umgehend für Sauerstoff zu sorgen. Aber auch abends seien die Fenster durchgehend geöffnet. Kalt werde es, dank der heißen Kohle, trotzdem nicht.

Im Intime gibt es einen abgetrennten Raucherbereich von 48 Quadratmetern für die Shisha-Genießer.

Das Gesetz erlaubt das Rauchen in Gaststättenbetrieben bis zu einer Größe von 75 Quadratmetern. Dabei seien Shisha-Bars nicht gesondert melde- oder erlaubnispflichtig, so die Gesetzeslage. Die Bars würden zu Beginn bei der Abnahme überprüft und sonst lediglich anlassbezogen, sagt die Stadt.


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