Haus Arche der SKFM Ein warmes Quartier für Wohnungslose in Papenburg

Von Katharina Preuth

Um die Wohnungslosen in Papenburg kümmern sich Erich Boortz, Veronika Wegmann und Lore Wittrock. Foto: Katharina PreuthUm die Wohnungslosen in Papenburg kümmern sich Erich Boortz, Veronika Wegmann und Lore Wittrock. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Für Wohnungslose ist der Winter eine besonders harte Jahreszeit. Statt „Platte zu machen“, also unter freiem Himmel zu schlafen, suchen sie sich für die kalten Nächte eine Notunterkunft. Das Haus Arche des Sozialdienstes Katholische Frauen und Männer (SKFM) in Papenburg bietet sechs Übernachtungsplätze, verzeichnet im Winter aber keinen größeren Andrang.

Obwohl in den Wintermonaten weniger Menschen draußen schlafen würden, sei die Übernachtungsstelle im nördlichen Emsland nicht überlaufen, erklärt Erich Boortz, der als Sozialarbeiter für die Wohnungslosen in der SKFM zuständig ist. Das hänge damit zusammen, dass viele Wohnungslose in dieser Zeit in stationären Einrichtungen unterkämen. Das Laurentiushaus in Osnabrück diene dabei als Winterquartier ebenso wie die Diakonie Freistatt bei Diepholz.

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 58 Menschen die Übernachtungsstelle der Wohnungslosenhilfe in Papenburg genutzt und insgesamt an 79 Nächten in der Unterkunft geschlafen. Im ersten und zweiten Quartal 2017 waren es je 20 Übernachtungen, im dritten Quartal 21 und in den letzten drei Monaten des Jahres zählte das Haus Arche 18 Übernachtungen.

Sechs Betten

Für die Herumreisenden stehe das Haus Arche dennoch zur Verfügung. Für sie stehen die Türen während der Geschäftszeiten von 8 bis 16.30 Uhr offen. Dann heißt Boortz sie selbst in der Einrichtung willkommen und zeigt ihnen die Zimmer. Sechs Betten gibt es hier insgesamt, zwei Kochzeilen und zwei spartanische Bäder. „Wir haben noch Klappbetten. Wenn es nötig ist, können bis zu zehn Menschen hier die Nacht verbringen“, erklärt der Sozialarbeiter. Nach Geschäftsschluss muss aber kein Durchreisender draußen bleiben. Ein Schild an der Eingangstür weist daraufhin, dass ein Schlüssel im Pfarrbüro der St.-Josef-Gemeinde liegt.

Zufrieden aber ist Boortz mit den Gegebenheiten der Übernachtungsstelle nicht. Den Anlaufpunkt gibt es seit 1989. Seit dieser Zeit sei mal gestrichen worden, oder es sind neue Möbel hinzugekommen, aber vieles hätten sie nur notdürftig erneuert, so Boortz. Darum sei ein Neubau am jetzigen Standort in Planung. Statt wie bisher Mehrbettzimmer anzubieten wünschen sich die Verantwortlichen separate Zwei-Bett-Zimmer mit eigenen Waschräumen. Dafür suche der Verein weiterhin nach Finanzierungspartnern, teilt SKFM-Geschäftsführer Norbert Schmidt mit.

Drei Nächte im Haus Arche

Die meisten Wohnungslosen bleiben bis zu drei Nächte im Haus Arche. Das hänge mit dem Tagessatz zusammen, den ihnen die Gemeinde, in der sie sich aufhalten, zahlt. Die aktuell 13,87 Euro können die Sozialhilfeempfänger an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Sozialamt der Stadt abholen. Danach müssen sie weiterreisen, um in der nächsten Kommune ihr Geld zu bekommen. Der Tagessatz bestimmt dabei üblicherweise die Routen vieler Wohnungsloser. Papenburg ist dabei eine Station auf ihrem Weg. Aber eine, die sie immer wieder anlaufen. „Wir kennen viele unserer Klienten schon seit Jahren“, sagt Boortz.

Dabei ziehe sich die Wohnungslosigkeit durch alle sozialen Schichten und durch jedes Alter, so Schmidt. „Wir treffen auch immer wieder auf junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren, um die wir uns speziell kümmern“, ergänzt Lore Wittrock, Erziehungswissenschaftlerin beim SKFM.

Weitere Angebote

Angrenzend an die Räume der Übernachtungsstelle befindet sich ein Tagesaufenthalt. Als zusätzliches Angebot gibt es hier montags bis freitags ein kostenloses Frühstück für die Übernachtungsgäste ebenso wie für Menschen von außerhalb. Ähnliches gilt für ein Mittagsessen, das Ehrenamtliche von Montag bis Donnerstag zubereiten. Täglich stehen sie in einer Großküche, die nur nach einer Hygieneschulung zu betreten ist. Dort kochen sie für durchschnittlich 25 Menschen. „Auch wenn wir damit unsere Kosten kaum wieder hereinbekommen berechnen wir für das Mittagessen einen Betrag von einem Euro“, sagt Schmidt.

Zudem haben die SKFM-Mitarbeiter eine Werkstatt eingerichtet, ein Kickertisch steht im Flur, im Esszimmer ist ein Billardtisch. „Uns geht es darum, die Leute zu aktivieren und ihnen zu zeigen, dass sie etwas wert sind“, sagt Schmidt.