Große Probleme in Wintermonaten Sperrung der Halle sorgt für Frust in Herbrum



Herbrum. Seit drei Monaten ist die Mehrzweckhalle in Herbrum gesperrt. Für den örtlichen Sportverein eine schwer zu bewältigende Aufgabe, die aufgrund der Witterung in die Halle drängenden Sportler anderweitig unterzubringen. Von der Stadt fühlt sich der Verein im Stich gelassen.

„Wir wurden unserem Schicksal mehr oder weniger alleine überlassen“, teilt Hermann Terhorst, Vorsitzender des SV Herbrum, im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Ein Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt sowie des SV Herbrum und des TuS Aschendorf im November sei ohne Ergebnis geblieben. „Dabei ging es um Zeiten in anderen Hallen im Stadtgebiet mit äußerst knappen Zeitfenstern“, so Terhorst.

„An allen Ecken und Enden fehlen Kapazitäten“

Mehr schlecht als recht kämpfen sich nach seinen Worten die Herbrumer Sportler ohne eigene Halle durch den Winter. „An allen Ecken und Enden fehlen Kapazitäten.“ Aufgrund der räumlichen Nähe befinde sich der SV Herbrum im engen Austausch mit dem TuS Aschendorf über die Nutzung der Sporthallen an der Amandusschule sowie an der Dr.-Horstmann-Straße. „Der TuS kam uns dabei entgegen und hat eigene Zeiten reduziert, braucht aber auch Kapazitäten, um sein Angebot aufrechterhalten zu können“, macht der Vorsitzende deutlich. Zudem schwinde nach seinen Worten bei den Vereinen das Verständnis für die Notlage der Herbrumer. „Seit Jahren wird schon über unsere Halle diskutiert. Von einer kurzfristigen Notlage kann keine Rede sein“, stellt Terhorst klar.

Frustrierte Mitglieder

Mitte Oktober verhängte die Stadt eine sofortige Sperrung der Halle. Die Verwaltung begründete dies mit Ergebnissen aus dem Gutachten eines externen Statikers. Die Standsicherheit des Daches sei nicht mehr gewährleistet, da erhebliche Bedenken bestünden, ob die Dachkonstruktion aus Leimbindern noch tragfähig sei. Der komplette Wegfall der eigenen Halle in diesem Winter stellt Terhorst zufolge für den SV Herbrum einen „existenzbedrohenden Zustand“ dar. „Wir können unsere Angebote nicht mehr bereithalten. Die Mitglieder sind frustriert und wenden sich ab.“

Geräte müssen transportiert werden

Auch wenn sich hier und da freie Hallenzeiten ergeben würden, sei es für die Mitglieder schwer, diese zu nutzen. „Zum einen handelt es sich dabei häufig um Stunden zu kaum realisierbaren Tageszeiten. Zum anderen sind auch nicht alle Mitglieder mobil und haben einen Führerschein“, erklärt Terhorst. Darüber hinaus ergebe sich oft das Problem, dass die für die Übungseinheiten notwendigen Geräte und Materialien ständig transportiert werden müssten. „Wir hangeln uns durch den Winter. Aber eigentlich ist die Situation nicht hinnehmbar und sorgt spürbar für eine sinkende Motivation unter den Sportlern“, führt der Vorsitzende weiter aus.

Trainingseinheit in der Umkleidekabine

Trotzdem versuche der Verein, ein Mindestmaß an Sportbetrieb aufrecht zu erhalten. „Wir haben schon viel probiert. Unsere Seniorengruppe hat beispielsweise eine Übungseinheit in einer Umkleidekabine durchgeführt.“ Zudem seien an anderen Stellen Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen gebildet worden. Schwierig sei es insbesondere für die Fußballer, sich auf die bevorstehende Rückrunde vorzubereiten. „Unsere Damen spielen in der Bezirksliga und haben als Zweitplatzierte noch Ambitionen nach oben. Da die Rasenplätze gesperrt sind, muss auf die Halle ausgewichen werden. Aufgrund der knappen Kapazitäten ist hier eine gute Vorbereitung kaum möglich“, so Terhorst.

„Keine verpflichtende Aufgabe der Stadt“

Die Stadt weist indes die Vorwürfe zurück und teilt auf Anfrage mit, dass „es keine verpflichtende Aufgabe der Stadt ist, für Vereine Sporthallenkapazitäten vorzuhalten. Die Stadt errichtet und unterhält ihre Sporthallen für die Ausübung des Schulsports.“ Die Verteilung der Nutzungszeiten außerhalb der Schulzeiten geschehe im Sinne der Vereine, denen es überlassen wird, Schwerpunkte in ihren Sparten zu setzen. Allerdings komme es gerade in den Wintermonaten zu Engpässen, da die Fußballer ihr Training in den Hallen absolvieren. Zudem seien alle Vereine durch den Abriss der maroden Sporthalle am Gymnasium aktuell zusätzlich stark eingeschränkt.

Einvernehmliche Lösung gesucht

Wie die Verwaltung weiter ausführt, hat Anfang November auf Einladung der Stadt eine Besprechung stattgefunden, um eine angemessene Lösung zur Unterbringung der Herbrumer Sportler zu finden. Dabei wurden die freien Hallenkapazitäten in den Sporthallen an der Heinrich Middendorf-Oberschule und der Grundschule Amandusschule aufgezeigt und „sehr deutlich zum Ausdruck gebracht“, dass kein Weg an einer einvernehmlichen Lösung in Aschendorf vorbeiführe. „Hiervon werden verschiedene Zeiten auch durch den SV Herbrum genutzt“, heißt es aus dem Rathaus.

Förderantrag für Vollsanierung wird geprüft

Auf die Frage, wie der weitere Zeitplan hinsichtlich der Mehrzweckhalle aussieht, teilt die Stadt mit, dass aktuell die Prüfung des im Sommer gestellten Förderantrags für die Vollsanierung in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro laufe. Auf eine Rückmeldung des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) werde noch gewartet. „Je nach Ausgang dieser Prüfung kann dann mit einer Sanierungsplanung begonnen werden. So lange muss die Halle für den Betrieb natürlich gesperrt bleiben.“

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