44-Jähriger sitzt in Haft Zigarettenschmuggel in großem Stil in Papenburg aufgedeckt

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Papenburg. Einen Schmuggel mit unversteuerten Zigaretten, Tabak für Wasserpfeifen und Viagra-Tabletten in großem Stil hat der Zoll aufgedeckt. Der Hauptverdächtige, ein 44-Jähriger aus dem Raum Papenburg, sitzt in Haft.

Beteiligt an den Ermittlungen, die in mehreren Wohnungsdurchsuchungen mündeten, waren die Zollfahndung Stuttgart und die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Insgesamt wurden dabei in einer konzertierten Aktion zwölf Wohnungen in den Großräumen Papenburg, Duisburg, Dortmund, Essen und Cottbus durchsucht. Dabei wurden insgesamt mehr als 2,5 Millionen Stück unversteuerte Zigaretten, Wasserpfeifentabak in größerer, aber nicht näher bezifferter Menge und rund 600 Stück Viagra-Tabletten sichergestellt.

Das Hauptlager der Bande, hinter der eine nicht näher genannte Zahl Beschuldigter steckt, befand sich im nördlichen Emsland. Als Hauptdrahtzieher der Schmugglerbande gilt ein 44-Jähriger, der in Untersuchungshaft sitzt und der aus dem Großraum Papenburg stammt, wie es in einer Mitteilung von Mittwoch heißt. Seinen genauen bisherigen Wohnort und die Örtlichkeit, in der das Großlager im nördlichen Emsland entdeckt wurde, teilte der Zoll auch auf Nachfrage nicht mit – aus „Opferschutzgründen“, wie es von einer Sprecherin hieß. Weitere Festnahmen gab es bisher nicht.

Bande ging hochprofessionell vor

Der 44-Jährige und seine Komplizen gingen bei dem Schmuggel hochprofessionell vor. In dem illegalen Zigarettenlager im Raum Papenburg entdeckten die Ermittler ein extra für den Schmuggel gebautes besonderes Geheimversteck, nämlich ausgefräste Holzbretter, in der die Beschuldigten die Zigaretten geschmuggelt hatten. „Eine nicht alltägliche, dafür eine äußerst kreative Schmuggelmethode“, so die Sprecherin der Zollfahndung Stuttgart Alexandra Groenewald. Um die einzelnen Zigarettenpackungen fachmännisch aus den Holzbalken auszubauen, holten sich die Fahnder Unterstützung beim Technischen Hilfswerk (THW).

Wo die Glimmstengel produziert wurden und auf welchem Weg sie ins nördliche Emsland und die anderen Verstecke der Bande gebracht wurden, ist Bestandteil der noch laufenden Ermittlungen. Dafür wird der Tabak beispielsweise chemisch untersucht und analysiert, um Hinweise auf die Anbauregion und die Verarbeitung zu bekommen.

Steuerschaden von 620.000 Euro

Die Durchsuchungen fanden der Sprecherin des Zolls zufolge bereits Anfang November statt, wurden aber zunächst nicht publik gemacht, um die Ermittlungen weiter vorantreiben zu können.

Durch den Einfuhrschmuggel der Zigaretten ist der Mitteilung zufolge ein Steuerschaden von rund 620.000 Euro entstanden.