Abgeordnete für CDU mit am Tisch Gitta Connemann nimmt in Berlin an Sondierungen teil

Von Kai-Uwe Hanken

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Wenn am Sonntag die Sondierungsgespräche für eine Große Koalition in Berlin starten, sitzt Gitta Connemann aus Hesel mit am Verhandlungstisch. Foto: Archiv/Lea BeckerWenn am Sonntag die Sondierungsgespräche für eine Große Koalition in Berlin starten, sitzt Gitta Connemann aus Hesel mit am Verhandlungstisch. Foto: Archiv/Lea Becker

Berlin/Hesel. Am Sonntag wird in Berlin ausgelotet, ob es eine Basis gibt für eine Große Koalition zwischen CDU, CSU und SPD. Mit am Verhandlungstisch sitzt auch die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Unterems (Landkreis Leer und nördliches Emsland), Gitta Connemann aus Hesel.

Connemann wurde für die CDU in die Sondierungsgruppe Landwirtschaft und Verbraucherschutz berufen. Bei den Gesprächen will sie, wie sie gegenüber unserer Redaktion betonte, die Interessen der bäuerlichen Familien in der Region wahren. Einen Ministerposten wird es für die 53-Jährige aber wohl nicht geben.

Welche Erwartungen haben Sie an die Sondierungsgespräche?

Gitta Connemann: In den Sondierungsgesprächen stecken wir den Rahmen. Jeder sollte offen sein. Rote Linien helfen dabei nicht. Es darf nur um Inhalte geben.

Gibt es Positionen, die für Sie Schwerpunkte bilden im Bereich Landwirtschaft?

Im Bereich Landwirtschaft steht für mich an erster Stelle: Wir brauchen eine neue Allianz für unsere Bauernfamilien. Sie haben kaum Planungs- und Rechtssicherheit. Die Bürokratie nimmt ihnen die Luft zum Atmen. Und sie fühlen sich gesellschaftlich ausgegrenzt. Darunter leiden insbesondere unsere Tierhalter. Unsere Bauernfamilien werden zerrissen - zwischen der Politik, in den Medien, von der Gesellschaft. Dabei sind sie Herz und Gesicht des ländlichen Raums. Unsere Höfe stehen für gesunde und sichere Lebensmittel aus deutschen Landen. Die Branche ist mit allen vor- und nachgelagerten Bereichen immer noch der wirtschaftliche Motor Nummer 1 auf dem Land. Auch unsere Kulturlandschaft in Ostfriesland wurde von Bauern über Jahrhunderte hinweg geschaffen und noch heute gepflegt. Ihre Familien, ihre nachhaltige Lebensweise sind eine gesellschaftliche Säule in vielen Dörfern. Mit jedem Hof, der aufgeben muss, verliert nicht nur eine Familie ihre Existenz. Es stirbt ein Stück unserer Kultur.

Wäre für Sie persönlich der Ministerposten in dem Landwirtschaftsressort interessant?

Klar. Natürlich würde ich nicht ‚Nein‘ sagen, wenn mir der Posten als Ministerin angeboten werden würde. Aber darauf brauche ich nicht zu warten. Die Niedersachsen-CDU stellt mit Dr. Ursula von der Leyen schon eine Ministerin. Und mehr gibt es unter normalen Umständen nicht für eine Landesgruppe. Das Angebot, Parlamentarische Staatssekretärin zu werden, habe ich dagegen abgelehnt. Dann wäre ich nicht mehr so frei wie heute als Stellvertretende Fraktionssitzende. Dieses Amt ist wie auf mich zugeschnitten. Ich kann in meinen Bereichen die Richtung für unsere Fraktion gestalten – und das ist nach wie vor die stärkste in Deutschland. Das möchte ich bleiben.


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