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Baubeginn in Papenburg Kiellegung der „Norwegian Joy“ auf der Meyer Werft

Von Christoph Assies | 05.04.2016, 18:10 Uhr

Traditionen sind eng mit dem Schiffbau verbunden: Der Papenburger Werftchef Bernard Meyer hat nicht nur die internationalen Kreuzfahrtreedereien als Auftraggeber auf der Meyer Werft, er hat sie auch an die Tradition der Kiellegung herangeführt. Am Dienstag begann mit diesem symbolischen Akt auch der Bau des Luxusliners „Norwegian Joy“ auf der Werft.

 Vor zwei Wochen ist die 102 Meter lange Maschinenraumsektion der „Norwegian Joy“ von der Neptun Werft aus Rostock-Warnemünde in Papenburg angekommen. Und eigentlich ist es auch schon der zweite Block von schlussendlich 80 Blöcken, der am Dienstag aufgestellt wurde. Dennoch legt die Chefetage der Meyer Werft großen Wert darauf, bei jedem ihrer Schiffe den Bau mit der „Kiellegung“ zu beginnen. „Früher waren die Arbeiten im Schiffbau viel gefährlicher, da wurde bei uns auf der Werft immer ein Glückspfennig niedergelegt, der beim Bauablauf Glück bringen sollte“, erklärte Geschäftsführer Bernard Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Das soll nun beim Bau der „Norwegian Joy“ so sein. Gebannt und teilweise sogar ehrfürchtig schauen die Ehrengäste um die aus Miami angereiste Führungsriege der Kreuzfahrtreederei zu, als der 680 Tonnen schwere Stahlkoloss vom 800-Tonnen-Kran in der Schiffbauhalle abgesetzt wird.

Speziell geprägte Münzen

„Die Norwegian Cruise Line arbeitet schon einige Jahre mit uns zusammen, wir bauen jetzt das elfte Schiff für Norwegian, mittlerweile kennen sie den Brauch, aber zu Anfang habe ich das schon erklärt“, sagte Bernard Meyer gegenüber unserer Redaktion. Speziell geprägte Münzen würden seit jeher unter den ersten Block eines Schiffes gelegt. Bei der „Norwegian Joy“ ist auf ihr die chinesische Göttin des Meeres, „Mazu“ abgebildet. Hintergrund dafür ist, dass das Kreuzfahrtschiff ab Frühjahr 2017 ausschließlich auf dem chinesischen Markt eingesetzt wird.

Schiff komplett auf den chinesischen Markt ausgelegt

Der Bau der „Norwegian Joy“ ist für die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) Auftakt für ein groß angelegtes Engagement auf dem chinesischen Kreuzfahrtmarkt. „Bis 2020 sollen es rund 4,5 Millionen Chinesen sein, die ihren Urlaub auf dem Wasser verbringen. Das ist ein riesiges Potenzial. Darum haben wir dieses Schiff komplett auf den chinesischen Markt ausgelegt“, so NCL-Präsident Andy Stuart auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Beginn des Montageprozesses sei ein wichtiger Meilenstein. „Wir schätzen die gute Zusammenarbeit mit der Meyer Werft und sind uns sicher, dass hier erneut ein erstklassiges Schiff gebaut wird“, so Stuart.

Ausdocken im im März 2017

Anfang Juni soll das erste 120 Meter lange Schwimmteil der „Joy“ ausgedockt werden. Im Herbst ist der Rohbau des später 324 Meter langen und 41,4 Meter breiten Ozeanriesen dann nahezu komplett. Und in etwas weniger als einem Jahr nach der Kiellegung, soll der Luxusliner im März 2017 die Baudockhalle in Papenburg verlassen. Die Kiellegungsmünze mit dem Abbild der chinesischen Göttin des Meeres hat dann hoffentlich Glück gebracht und „wird für die Reederei Erfolge auf dem wichtigen chinesischen Markt bringen“, meint Werftchef Meyer.

Zweites Schiff der „Breakaway-Plus“-Klasse

Die „Norwegian Joy“ ist nach der im vergangenen Jahr abgelieferten „Norwegian Escape“ das zweite Schiff der „Breakaway-Plus“-Klasse . In den Jahren 2018 und 2019 folgen zwei weitere Schiffe dieser Baureihe. Insgesamt sind elf der derzeit 14 Kreuzfahrtschiffe in der Flotte der Norwegian Cruise Line auf der Papenburger Meyer Werft gebaut worden.