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Freudentag bei den Wucherpfennigs Papenburger Drillinge feiern Erstkommunion

Von Jürgen Eden | 06.04.2016, 19:56 Uhr

Katholische Kinder der 3. Schuljahrgänge dürfen zurzeit in emsländischen Kirchen an den Altar schreiten, um erstmals das Sakrament der Eucharistie zu empfangen. Bei den Wucherpfennigs in Papenburg waren es mit den Drillingen Lea, Laura und Phillip gleich drei auf einen Streich.

Für die drei war es ein Tag wie im Bilderbuch: Die Narzissen und Tulpen erstrahlten im Sonnenschein am Kanal. An ihrer St.-Marien-Kirche wehten gelb-weiße Banner. Auch das Läuten der Glocken hieß die 21 Kommunionkinder der Gemeinde willkommen.

Das ist inzwischen schon wieder Geschichte: Doch beim Blick auf das Foto, für das sich der Achtjährige mit seinen beiden Schwestern brav vor der Friederike fürs Familienalbum platziert hatte, machte diesen einschneidenden Tag wieder lebendig. „Die vielen Geschenke und das Eis waren das Beste“, verriet Philipp am Dienstag.

So aufgeregt sei er gar nicht gewesen und nachts habe er – wie gewohnt – durchgeschlafen. Ebenso frisch waren auch die Eindrucke seiner Schwester Lea, die wie Laura feststellte, dass die Kommunion ein bisschen nach Esspapier schmeckt.

Im Herbst letzten Jahres hatte sich die Familie auf das große Ereignis vorbereitet. Mutter Ulrike Wucherpfennig fungierte mit zwei weiteren Müttern als Tischmutter. Will heißen: Ihre Drillinge und vier weitere Kinder nahm sie in ihre Obhut, um gemeinsam mehr über den Glauben zu erfahren. Die Weihnachtsgeschichte, das Leben Jesu Christi und auch die Passion mit dem Tod und der Auferstehung wurden thematisiert. Dazu zählte auch das Backen von Brot, denn das Brot teilte Jesus nach dem Glauben der Christen beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern. Es gilt als zentrales Ereignis für das Sakrament der Eucharistie.

Wichtig wie Geburt, Taufe und Schulentlassung

Für diesen besonderen Tag, den man durchaus mit anderen Ereignissen wie Geburt, Taufe, Einschulung, Schulentlassung und bestandener Führerscheinprüfung gleichsetzen darf, stylten sich die drei natürlich besonders. Doch wie ist es, mit Drillingen Kommunionanzüge oder Kleider zu kaufen? Das muss doch eine ganz besondere Herausforderung sein. „Ja und nein, alle Kosten sind mit drei zu multiplizieren. Das ist zwar schon eine finanzielle Herausforderung, aber das kennen wir ja auch schon von Klassenfahrten, Theater- oder Kinobesuchen“, sagt Vater Markus Wucherpfennig.

Gleiche Kleidung wichtig

Seine Frau ergänzt, dass sich einige Bekleidungsgeschäfte inzwischen auf die Familie eingestellt haben und die Modestücke oft zweimal vorrätig sind. Denn die beiden Mädchen achten sehr darauf, dass sie immer gleich gekleidet sind. Ist das Wunschkleid mal nur einmal vorrätig, orientieren sich die beiden neu.

Ohnehin gibt es nach Worten der Eltern ein sehr enges Band zwischen den Drillingen. Zu Beginn der Schullaufbahn hatte man Philipp von seinen beiden Schwestern getrennt und in einem anderen Klassenverband beschult. Aus dem lebenslustigen Jungen wurde innerhalb kürzester Zeit ein in sich gekehrtes Kind. Also Kommando zurück: Alle drei sind heute in einer Klasse.

Die These Sigmund Freuds, dass Menschen dazu neigen, unangenehme Dinge beiseitezuschieben oder gar zu vergessen, könnte bei den Wucherpfennigs zutreffen. Denn erst auf Nachfrage spricht die Mutter über die anfänglichen Schwierigkeiten. Ihre Schwangerschaft war risikobehaftet. Die letzten Monate ihrer Schwangerschaft verbrachte sie auf der Intensivstation in Oldenburg.

Es war alles andere als sicher, dass ihre Babys die Geburt überstehen. Auch sie selbst war in großer Gefahr. Wie vermutlich bei allen anderen Drillingseltern auch, war die erste Zeit nach der Geburt sehr hart. „Am meisten hat uns der Schlafmangel zu schaffen gemacht“, sagt die Mutter. Denn im Dreistundentakt mussten die Säuglinge gefüttert werden.

Flexible Arbeitszeit

Hilfreich waren die Arbeitszeiten. Ulrike Wucherpfennig ist selbstständig tätig und kann sich ihre Aufgaben flexibel einteilen. Ihr Mann Markus ist als Notfallsanitäter beim DRK im Rettungsdienst. Auch er konnte seine Schichten zum Wohle der Familie planen.

Alle Hände voll zu tun hatte das Paar auch bei jedem Spaziergang. „War das letzte Kind angezogen, konnte man sicher sein, dass das erste Kind schon die Windel voll hatte“, erinnert sich der Vater und lächelt.

Die Kommunionkleidung dürfen die drei übrigens noch einmal aus ihrem Schrank holen: Zur Fronleichnamsprozession. Und aus der Feierlaune kommen die drei auch noch nicht. Denn in zwei Wochen vollenden sie ihr neuntes Lebensjahr.

Das Fest der Erstkommunion feiern in Papenburg bis zum Sonntag übrigens insgesamt 168 Kinder.