Fall aus der Gemeinde Moormerland OLG lehnt Umgangsrecht für Großeltern mit Enkel ab

Bereits das Amtsgericht Leer als Familiengericht hatte in erster Instanz einen unbegleiteten Umgang mit dem Enkel abgelehnt. Das OLG bestätigte als zweite Instanz dieses Urteil jetzt. Symbolfoto: Michael GründelBereits das Amtsgericht Leer als Familiengericht hatte in erster Instanz einen unbegleiteten Umgang mit dem Enkel abgelehnt. Das OLG bestätigte als zweite Instanz dieses Urteil jetzt. Symbolfoto: Michael Gründel

Moormerland/Oldenburg. Großeltern haben nicht zwingend ein Umgangsrecht mit ihren Enkeln. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg entschieden und damit über einen Fall aus der Gemeinde Moormerland in Ostfriesland entschieden.

Das Ehepaar aus Moormerland hatte vor Gericht einen regelmäßigen Umgang mit dem siebenjährigen Enkel erstreiten wollen, weil sich die Großeltern mit der Tochter, der Mutter des Kindes, überworfen hatte. Das Ehepaar hatte der Tochter auf die Mailbox gesprochen, sie würden ihr „nicht noch einmal verzeihen“, heißt es in einer Mitteilung des OLG. Wenn sie ihren Enkel wiedersähen, würden sie ihm „die Wahrheit“ sagen. Die Großeltern lehnten es auch ab, den Enkel nur im Haushalt der Mutter in deren Anwesenheit zu besuchen. Sie strebten ausdrücklich einen sogenannten „unbegleiteten Umgang mit dem Kind allein an“, teilte das Gericht weiter mit.

Familiengericht Leer entschied zugunsten der Mutter

Bereits in erster Instanz hatte das Amtsgericht Leer als Familiengericht ein derartiges Umgangsrecht der Großeltern abgelehnt. Das OLG bestätigte als zweite Instanz dieses Urteil jetzt (Aktenzeichen 3 UF 120/17). Großeltern hätten nur dann ein Umgangsrecht, wenn dies dem Wohl des Kindes diene, also seiner Entwicklung förderlich sei, entschied der 3. Senat des Gerichts in Oldenburg.

Etwas Anderes gelte, wenn das Kind aufgrund der Zerrüttung des persönlichen Verhältnisses zwischen den Großeltern und den Eltern in einen Loyalitätskonflikt geraten könne. Dies sei hier angesichts der kompromisslosen Haltung der Großeltern gegenüber der Kindesmutter zu befürchten. Es komme in diesem Zusammenhang auch nicht darauf an, welche Seite den Konflikt verschuldet habe, da es allein um das Kindeswohl gehe.

Umgang im Haushalt des Kindes angeboten

Dabei hatte sich die Kindesmutter in diesem Falle sogar durchaus konstruktiv gezeigt und einen Umgang in ihrem Haushalt angeboten, stellte das OLG fest. Die Großeltern seien dagegen nicht bereit, den Erziehungsvorrang der Kindesmutter für den Enkel zu akzeptieren und zweifelten ihre Erziehungsfähigkeit an.

Vor diesem Hintergrund entschieden die Richter, dass ein Recht der Großeltern auf unbegleiteten Umgang dem Kindeswohl nicht förderlich sei. Der Antrag der Großeltern wurde daher abgelehnt.


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