Beteiligte tauschen sich aus Masterplan Ems: Leda-Polder soll geprüft werden

Im Zuge der Umsetzung des Masterplans Ems wurde jetzt über die Realisierung eines Hochwasser-Entlastungspolders an der Leda diskutiert. Archivfoto: Christoph AssiesIm Zuge der Umsetzung des Masterplans Ems wurde jetzt über die Realisierung eines Hochwasser-Entlastungspolders an der Leda diskutiert. Archivfoto: Christoph Assies

Leer. In Leer hat eine erste Informationsveranstaltung zur möglichen Schaffung tideabhängiger Lebensräume im Zuge des Masterplans Ems stattgefunden. Jetzt soll geprüft werden, in wie weit der Entlastungspolder an der Ledamündung in dieses Projekt miteinbezogen werden kann.

Wie es in einer Mitteilung des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems in Oldenburg heißt, sieht der Masterplan Ems außer der Lösung des Schlickproblems in der Ems auch die Schaffung und Wiederherstellung von Lebensräumen vor, die für einen von Ebbe und Fluss geprägten Fluss typisch seien.

Gefährdeten Arten Chance zum Überleben geben

Damit soll gefährdeten Arten die Chance zum Überleben oder zur Wiederansiedlung gegeben werden – der Mitteilung zufolge eine der Forderungen, die die Europäische Union (EU) im wegen des Masterplans eingestellten Pilotverfahren gegen Deutschland erhoben hatte. Bis zum Jahr 2050 sollen dafür insgesamt 500 Hektar am Fluss gesichert werden. Bis 2025 sieht der Vertrag als ersten Meilenstein die Beschaffung von 152 Hektar vor.

135 Hektar große Fläche

Zur Umsetzung dieser Vereinbarung sei bereits im Anhang zum Masterplan-Vertrag der Hochwasser-Entlastungspolder Leer als eines der möglichen Areale genannt. Die 135 Hektar große Fläche liegt südlich der Leda-Mündung in der Gemeinde Westoverledingen und der Stadt Leer. Es handelt sich nach Angaben des Amtes überwiegend um mit einem Deich umgebene landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen.

Fläche an einen Landwirt verpachtet

Der Hochwasserpolder werde immer dann zur Abwendung von Überschwemmungsgefahren geflutet, wenn Hochwasser aus dem Binnenland die Wasserstände im Leda-Jümme-Gebiet anschwellen lässt und gleichzeitig eine Sturmflut den Wasserabfluss verhindert. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, befinden sich die Flächen im Eigentum des Leda-Jümme-Verbandes und sind langfristig überwiegend an einen Landwirt verpachtet.

Realisierung wird geprüft

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) habe begonnen, Informationen und Rahmenbedingungen zum Leda-Polder Leer zusammenzustellen, um die grundsätzliche Realisierbarkeit von Lebensräumen, die von Ebbe und Flut beeinflusst werden, an diesem Ort zu untersuchen.

An der jetzt durchgeführten Informationsveranstaltung haben der Mitteilung zufolge Vertreter des NLWKN, des ArL sowie der Eigentümer, beteiligte Verbänden und weiteren Interessenträger teilgenommen.

Unterschiedliche Interessen und Ansprüche

Dabei sei ausgelotet worden, wie die Hochwasserschutzfunktion, die Interessen des Eigentümers sowie seiner Pächter sowie weitere Bedürfnisse mit der Entwicklung flusstypischer Lebensräume im Polder vereinbar sein könnten. In der Veranstaltung ging es zudem darum, Informationen und Fragen aus der Region zu sammeln, die in eine noch zu erstellende Machbarkeitsstudie einfließen müssten.

Der Austausch habe gezeigt, dass es schwierig sein wird, die unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut zu bringen. Neben der Beibehaltung der Hochwasserentlastungsfunktion des Polders werde es eine große Aufgabe sein, die Interessen des Eigentümers und der Pächter der landwirtschaftlichen Flächen bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zu berücksichtigen.