Emder Nordseewerke Emder Werftarbeiter zittern weiter um Standort

Von dpa

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Die Emder Nordseewerke. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpaDie Emder Nordseewerke. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Emden. 220 Beschäftigte von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bangen derzeit um ihre Arbeitsplätze in Emden. Fünf Jahre nach der ersten Insolvenz der Emder Nordseewerke dauert der Überlebenskampf des letzten verbliebenen Unternehmensteils von Thyssen an.

Das Unternehmen will die Niederlassung schließen und die Stellen auf andere Standorte verteilen. Betriebsräte und die Gewerkschaft IG Metall wollen dies verhindern. Am Dienstag wurden Gespräche über ein mögliches Alternativkonzept zu den Schließungsplänen fortgesetzt.

Mit TKMS Emden stehen nun auch die letzten Techniker und Schiffskonstrukteure von Thyssen vor einer ungewissen Zukunft. TKMS hatte die Verlegung als strategische Entscheidung begründet, um die Modernisierung der Firma voranzutreiben.

„Nordseewerke Emden Shipyard“ beliefert Meyer Werft

Zuversicht herrscht dagegen bei den zwei Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Traditionswerft, die nicht zum ThyssenKrupp-Konzern gehören. Auf dem Gelände sind die neue „Nordseewerke Emden Shipyard“ (NES) mit rund 60 Beschäftigten und die „Emder Werft- und Dock“ (EWD) mit 90 Beschäftigten aktiv. NES produziert schwere Stahlkomponenten für die Offshore-Industrie und Großbauteile für die Papenburger Meyer Werft. Zumindest ein kleiner Teil des Schiffbaus ist Emden damit erhalten geblieben.

Die Stammwerft wurde bereits 1903 gegründet und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zu ihrer Blütezeit Ende der 50-er Jahre wuchs die Belegschaft zeitweise auf mehr als 5.000 Menschen. 1974 übernahm die Thyssen AG die Nordseewerke und verkaufte sie 2010 an das Stahlbauunternehmen Siag Schaaf in Rheinland-Pfalz. Statt Schiffbau sollten nun Großanlagen für Offshore-Windparks Auslastung bringen. Doch nach dem Schlingern der Siag-Muttergesellschaft mussten am 17. Oktober 2012 auch die Nordseewerke Insolvenz anmelden.

Zweite Insolvenz 2015

Mit der Übernahme durch das saarländische Unternehmen DSD Steel 2013 hatten 750 Mitarbeiter neue Hoffnung geschöpft. Nur 240 von ihnen konnten jedoch in das neue Unternehmen wechseln. Nach weiterem Stellenabbau und Kurzarbeit folgte im Mai 2015 die zweite Insolvenz. „Über eine Transfergesellschaft kamen rund zwei Drittel der Beschäftigten in neue Arbeit, andere wurden arbeitslos“, sagte Michael Hehemann von der IG Metall in Emden.


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