Task-Force tagt Ende August Friesenbrücke: Mehrkostenfinanzierung vor Durchbruch?

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Seit der Frachterkollision im Dezember 2015 ruht der Zugverkehr auf der Friesenbrücke über die Ems bei Weener. Foto: Gerd Schade/ArchivSeit der Frachterkollision im Dezember 2015 ruht der Zugverkehr auf der Friesenbrücke über die Ems bei Weener. Foto: Gerd Schade/Archiv

Papenburg/Weener. Steht der Durchbruch bei der Finanzierung der Mehrkosten für den Wiederaufbau der Friesenbrücke bevor? Ende August soll es ein abschließendes Gespräch zwischen den Beteiligten geben.

Am 28. August 2017 hat Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, die Task-Force Friesenbrücke'' ins Ministerium in Bonn eingeladen, darunter Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), Vertreter der Bahn, die hiesigen Bundestagsabgeordneten, die Bürgermeister von Papenburg, Weener und Westoverledingen, den Chef der Papenburger Meyer Werft, Bernard Meyer, sowie Vertreter der Provinz Groningen. Nach Informationen unserer Redaktion will Ferlemann mit seinen Gesprächspartnern „alle notwendigen Entscheidungen abstimmen, um die Realisierung der Drehbrücke zu forcieren“. Die Drehbrücke wird gegenüber einem reinen Ersatzneubau der bei einer Frachterkollision im Dezember 2015 zerstörten Eisenbahnklappbrücke über die Ems bei Weener bevorzugt. Sie ist allerdings teurer und erfordert eine längere Bauzeit. Seit dem Unglück ruht der Zugverkehr zwischen den Niederlanden und Leer.

Zunächst sollte die mit 335 längste Eisenbahnklappbrücke Deutschlands bis 2021 als 1:1-Ersatz wieder hergestellt sein. Geschätzte Kosten: 30 Millionen Euro. Im November 2016 machte die Meyer Werft deutlich, dass sie einen Neubau mit breiterer Durchfahrt für die Emsüberführung von Kreuzfahrtschiffen bevorzuge. Im Mai hatte das Bundesverkehrsministerium grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die geschätzten Mehrkosten von 15 bis 20 Millionen zu übernehmen. Dieses Geld ist aber nicht in dem Ende Juni von der Bundesregierung verabschiedeten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2018 enthalten. Das hatte zu einem Streit zwischen den Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU) und Markus Paschke (SPD) geführt. Mit einem sogenannten Ausbauverlangen unterstützten die Kommunen in der Region einen kurzfristigen Antrag des Bundesverkehrsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages, mit dem die Finanzierung des über den reinen Ersatz der Friesenbrücke hinausgehenden Betrages zur Verfügung gestellt werden soll.

Die zunächst veranschlagten 30 Millionen Euro werden vom Land Niedersachsen vorfinanziert. Derweil trieb die Bahn zunächst lediglich Planungen für einen 1:1-Ersatzneubau voran. Druck kommt aus den Niederlanden. Die Provinzregierung in Groningen erwartet, dass die Brücke deutlich früher als wie bei einem Neubau in Form einer Drehbrücke geplant 2024 wieder in Betrieb geht.


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