Meldung per WhatsApp und SMS Polizei warnt: „Emirat Ostfriesland“ ist blanker Unsinn

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In Ostfriesland sind Nachrichten per WhatsApp und SMS aufgetaucht, in denen die Empfänger aufgefordert werden, zum Islam zu konvertieren. Zudem wird die Person Pierre Vogel zum „einzig legitimen politischen Führer Ostfrieslands“ ernannt Symbolfoto: Wolfram Kastl/dpaIn Ostfriesland sind Nachrichten per WhatsApp und SMS aufgetaucht, in denen die Empfänger aufgefordert werden, zum Islam zu konvertieren. Zudem wird die Person Pierre Vogel zum „einzig legitimen politischen Führer Ostfrieslands“ ernannt Symbolfoto: Wolfram Kastl/dpa

Leer/Emden. Die Polizei Leer/Emden warnt vor einer neuen Masche, mit der offenbar Betrüger versuchen, Menschen zu beunruhigen. In Nachrichten, die Betroffene per WhatsApp oder SMS erhalten haben, werden sie vom „Emirat Ostfriesland“ zur Konvertierung zum Islam aufgefordert.

In den vergangenen Tagen erhielten mehrere Bürger entsprechende Nachrichten, heißt es in einer Meldung der Polizei von Mittwoch. Neben der Aufforderung zur Konvertierung zum Islam wird die Person Pierre Vogel zum „einzig legitimen politischen Führer Ostfrieslands“ ernannt, berichten die Beamten weiter. In einer augenscheinlich zur Kettenbrief-Nachricht dazugehörenden Internetseite heißt es: „In Verbindung mit dem Islam erwartet euch eine glorreiche Zukunft. Wertet Ostfriesland auf, indem ihr die Muslime Europas mit offenen Armen empfängt.“ Pierre Vogel, ein früherer Boxer, soll einer der Köpfe der Salafistenbewegung in Deutschland sein und ist als Prediger des Islams bekannt.

Die Polizei betont, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. „Das ist blanker Unsinn. Es gilt die Religionsfreiheit, die wir mit allen Mitteln verteidigen werden“, wird der Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, Johannes Lind, in der Mitteilung zitiert. Wie viele Nachrichten insgesamt versendet wurden, sei nach Auskunft von Polizeisprecherin Sina Butke schwer zu schätzen, nicht alle werden angezeigt. „Uns liegt eine Handvoll Anzeigen vor“, berichtet Butke auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie spricht von einem „bundesweiten Phänomen“ und einer neuen Form von Kettenbriefen, bei dem nun Ostfriesland von den Unbekannten ausgesucht worden sei.

Was der Hintergrund der massenhaft versendeten Nachrichten ist, kann die Polizei nicht wirklich sagen. Die Ermittlungen dazu dauern an, heißt es. Um das Abgreifen von Kontodaten oder anderen betrügerischen Handlungen geht es offenbar nicht. Denn, so betont die Polizei, nach „vorläufiger Bewertung stellen diese versandten Nachrichten keine Straftat dar“. Sprecherin Butke ergänzt: „Die Nachrichten sind allgemein gehalten, es wird zunächst niemand direkt angesprochen oder bedroht.“ Anders könne es bei einer Interaktion mit dem Absender aussehen, der Empfänger also auf die Nachricht antwortet und eine Reaktion erhält. Sollten sich Bürger bedroht fühlen, soll der Vorfall angezeigt werden. „Wir prüfen jeden Einzelfall“, so die Sprecherin. Die Nummer des Absenders wird in den Nachrichten jedenfalls angezeigt, sodass eine Nachverfolgung möglich sein könnte.


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