Grenzübergreifender Plan 51 Vorschläge sollen Interessen an der Ems in Einklang bringen


Leer. Sieben Jahre haben Vertreter des Landes Niedersachsen und der Niederlande an dem Integrierten Bewirtschaftungsplan (IBP) Ems gearbeitet. Jetzt wurde das grenzübergreifende Werk in Leer vorgestellt. Darin enthalten sind 51 Vorschläge, die die unterschiedlichen Interessen am Fluss zwischen Herbrum und Dollart ein Einklang bringen sollen.

„Bei dem Plan handelt es sich um eine gutachterliche Grundlage für die Umsetzung der Ziele des Masterplans Ems“, teilte Kay Nitsche vom niedersächsischen Umweltministerium mit. Eine rechtliche Bindung bestehe allerdings nicht. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass in dem IBP enthaltene Maßnahmen umgesetzt werden. Hervorgegangen aus dem Plan ist laut Nitsche bereits der geplante Tidepolder bei Coldemüntje. „Ob weitere Vorschläge realisiert werden, hängt von den einzelnen Lenkungsgruppen des Masterplans ab.“

„Früher führte dieses Gebiet zu Streit“

In Einklang bringen soll der IBP die wirtschaftlichen Interessen einer wirtschaftlichen Nutzung der Ems mit denen des Naturschutzes. „Beide Seiten sollen zu ihrem Recht kommen“, machte Jaap Verhulst vom niederländischen Ministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten deutlich. Der grenzübergreifende Plan beinhaltet auch Maßnahmen Eems-Dollart-Programm auf niederländischer Seite. Auf Basis des IBP in Angriff genommene Aktivitäten werden laut Verhulst in enger Abstimmung mit dem Partner auf der anderen Seiten der Grenze durchgeführt. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, zusammen zu arbeiten. Früher führte dieses Gebiet zu Streit, heute haben wir ein gemeinsames Ziel.“

60 Millionen Euro für Pilotprojekte

Die Niederlande stellt Verhulst zufolge für die nächsten vier Jahre 60 Millionen Euro für Pilotprojekte zur Verfügung. So soll unter anderem pro Jahr eine Million Kubikmeter Schlick aus der Ems geholt werden. Der Schlick soll anschließend reifen und für den Deichbau genutzt werden. Ob solche Maßnahmen effektiv seien, müssten erst die wissenschaftlichen Auswertungen zeigen. „Es gibt viele Unsicherheiten. Aber nichts zu tun, ist keine Option“, so Verhulst.

Nachschlagewerk für Wünsche an der Ems

Wie Helmut Dieckschäfer vom niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mitteilte, sei das Schlickproblem eines mit hoher Priorität. „Hole ich ihn raus oder verteile ich ihn im Gebiet? Diese Frage ist noch offen. Die Sedimentstrategie wird aber gemeinsam angeschoben.“

Er bezeichnet den Integrierten Bewirtschaftungsplan als ein „Nachschlagewerk für Wünsche an der Ems“. Laut Dieckschäfer hätten Schifffahrt, Landwirtschaft und Umweltschutz bei der Erstellung Wünsche geäußert. Nicht alle konnten berücksichtigt werden. Dennoch zeige der IBP, dass man auf der richtigen Spur sei. „Wir haben seit 1995 intensiv mit der Ems zu tun und kennen sie mittlerweile ganz gut.“


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