Baustart nicht vor Spätsommer Masterplan Ems: Bau des Polder bei Vellage verzögert sich

Im September 2016 hat es von einem Ponton aus Probebohrungen im Altarm der Ems bei Vellage gegeben. Dort soll ein Tidespeicherbecken entstehen, um die Wasserqualität der Ems zu verbessern. Foto: NLWKN/ArchivIm September 2016 hat es von einem Ponton aus Probebohrungen im Altarm der Ems bei Vellage gegeben. Dort soll ein Tidespeicherbecken entstehen, um die Wasserqualität der Ems zu verbessern. Foto: NLWKN/Archiv

Vellage. Der Bau des Tidespeicherbeckens bei Vellage zwischen der Stadt Weener und der Meyer Werft in Papenburg verzögert sich weiter. Mit dem Bau des Beckens, das dabei helfen soll, die Wasserqualität in der Ems zu verbessern, wird nicht vor Spätsommer 2017 begonnen.

Das teilte Thorsten Kuchta, Sprecher für den Masterplan Ems 2050 beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems in Oldenburg, auf Anfrage mit.

Das Tidespeicherbecken gilt als Pilotprojekt, bei dem getestet werden soll, wie die Schlickbelastung in der Ems reduziert werden kann. Die Idee: Bei Flut soll in dem Polder ein Teil der einströmenden Tide zwischengespeichert werden, bei ablaufendem Wasser wird der Schlick aus dem Fluss heraus gespült. Für den Tidepolder ist ein Altarm der Ems mit zehn Hektar Fläche bei Vellage ausgeguckt. Ursprünglich sollte mit dem Bau bereits 2016 begonnen werden, hatte sich aber mehrfach verzögert.

Landkreise müssen noch zustimmen

Derzeit wird nach Angaben Kuchtas geprüft, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist „Wenn diese Prüfung beendet ist und die Landkreise Emsland und Leer dazu Stellung genommen haben, wird die Genehmigung beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz beantragt werden“, so der Sprecher. Im günstigsten Fall könnte im Spätsommer 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden und die Bauarbeiten im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.

(Weiterlesen: Masterplan Ems: Vellager Polder beschlossene Sache)

Im vergangenen Jahr hatte es Probleme bei Probebohrungen gegeben, die gemacht werden mussten, um ein Bodenprofil zu erstellen. Im Frühjahr und im Juli 2016 mussten die Versuche jeweils abgebrochen werden, weil es Probleme mit den eingesetzten Bohrschiffen gab. Erst der dritte Versuch im September 2016, als die Ems wegen der Überführung des Kreuzfahrtschiffes „ Genting Dream “ aufgestaut war, konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

(Weiterlesen: Bohrungen im Ems-Altarm bei Vellage erfolgreich)

Wird der Polder tatsächlich im Frühjahr fertig, könnte im Winter 2018/2019 die vorgesehene Entschlammung durchgeführt werden, der Polderbetrieb würde dann Ende 2019/Anfang 2020 enden. „Danach ist vorgesehen den Polder sich selbst zu überlassen“, erklärt Kuchta.

Schlick wird per Leitung auf Felder gepumpt

Beim Bau des Polders im Altarm fallen rund 350.000 Kubikmeter Schlick an, so de Sprecher. Das Material soll gespült werden und über Spülleitungen auf in der Nähe gelegene Spülfelder verbracht werden. „Konkrete Flächen dafür sind aber noch nicht benannt“, berichtet Kuchta. Die Kosten für das Tidespeicherbecken belaufen sich auf acht bis zehn Millionen Euro.

Mehr zur Maßnahme finden Interessierte unter www.masterplan-ems.info/massnahmen/tidespeicher-vellage.


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