Tierheim in Stapelmoor hat Platznot Neues Zuhause gesucht: Lebhafter Chico ist gerne Chef, aber lieb

Aufgeweckter Blick durchs hohe Gras: Der kleine Chico hält Ausschau nach einem neuen Zuhause.Aufgeweckter Blick durchs hohe Gras: Der kleine Chico hält Ausschau nach einem neuen Zuhause.
Tierschutzverein Rheiderland

Stapelmoor. Im Tierheim Stapelmoor wird das Gedränge wieder größer. Dringend ein neues Zuhause sucht ein Fundhund namens Chico, ein dreijähriger brauner und kurzhaariger Jack-Russel-Mix-Rüde.

Sigrid Spranger vom Verein Tierschutz Rheiderland in Stapelmoor schlägt Alarm. „Wir haben Platznot“, meldet die Dörpenerin. Wie von ihr im Austausch mit unserer Redaktion schon vor Wochen prophezeit, beginne jetzt das Abgabe-Chaos insbesondere von Hunden. Der Corona-Lockdown hatte die Nachfrage nach Haustieren auch in der Region deutlich erhöht. Viele Tierheime befürchten schon seit Langem, dass Vierbeiner im Zuge der Lockerung von Pandemie-Schutzmaßnahmen verstärkt wieder abgegeben werden. „Leider beginnt jetzt das Entsorgen der Corona-Hunde-Flut“, drückt es Spranger drastisch aus.

Jeden Tag werden Jungkatzen abgegeben

Wie sie weiter berichtet, würden in dem Tierheim nahe Papenburg „jeden Tag“ Jungkatzen abgegeben. „Diese müssen noch wochenlang aufgepäppelt werden, bis sie zur Vermittlung anstehen."

Chico – der spanische Name bedeutet in der Übersetzung (kleiner) Junge – ist da schon einen Schritt weiter. Er könnte in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden. „Er ist sehr lieb, auch zu Kindern“, beschreibt Spranger das Wesen des Fundhundes. Seine weiteren Vorzüge: Er geht gut an der Leine, verträgt sich sowohl mit Hündinnen, aber auch mit Rüden. In männlicher Gesellschaft wolle er aber gerne Chef sein.

Ideal für eine Familie mit Kindern, Haus und eingezäuntem Garten

Die Anforderungen für ein ideales neues Zuhause beschreibt Spranger so: eine Familie mit Kindern in einem Haus mit kleinem, eingezäunten Garten wären ideal. Eine Wohnung wäre auch möglich – vorausgesetzt es besteht die Möglichkeit, oft Gassi zu gehen. „Chico ist sehr lebendig und braucht schon seinen Auslauf und seine Spielstunden, damit er sich nicht langweilt“, betont Spranger.   

Wer ernsthaftes Interesse an Chico hat, darf sich beim Tierheim telefonisch unter der Nummer 04951/2459 melden und einen Termin zum Gassigehen vereinbaren. Bei gegenseitigem Gefallen müssten die Gänge mit dem Hund mehrmals wiederholt werden. Ist der Funke übergesprungen, werde seitens des Tierschutzvereins eine sogenannte Vorkontrolle des neuen Zuhauses für den Hund durchgeführt, erklärt Spranger. 

300 Euro Gebühr

Sei dann alles in Ordnung, werde eine Vermittlungsvertrag geschlossen. Die Gebühren für Hunde betragen der Dörpenerin zufolge 300 Euro. „Danach darf der Hund im neuen Zuhause einziehen.“ Die Hunde müssten bei der jeweiligen Gemeinde angemeldet werden, beim Haustierzentralregister Tasso registriert und haftpflichtversichert werden.

Chico ist derzeit nicht der einzige Fundhund in dem Tierheim. Wie Spranger berichtet, hat der Verein eine kleine zweieinhalb Jahre alte Hündin (Malteser-Mix) bekommen sowie zwei kleine Mischlinge, deren Besitzerin ins Krankenhaus musste. Für Spranger ein weiteres Indiz, dass weitere Haustiere abgegeben werden (müssen), denn: „Jetzt werden viele durch Corona aufgeschobenen Operationen, Rehas und Kuren wieder durchgeführt."


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