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Naturschlachterei Lay Fleischerei aus dem Landkreis Leer ruft wegen Listerien alle Produkte zurück

Von dpa

Ein neuer Fall von Listerien – diesmal im Landkreis Leer. Foto: imago imagesEin neuer Fall von Listerien – diesmal im Landkreis Leer. Foto: imago images

Moormerland. Eine Schlachterei im Landkreis Leer hat vorsorglich all ihre Produkte wegen einer «möglichen Gesundheitsgefährdung durch Listerien» zurückgerufen.

Das teilte der Familienbetrieb aus Moormerland über das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn mit. Die Fleisch- und Wurstwaren wurden vornehmlich in zwei Geschäften der Naturschlachterei Lay in Veenhusen und in Leer verkauft. Zudem gibt es einen Partyservice, auch auf einer Adventsausstellung wurden Produkte angeboten. Sie sollten auf keinen Fall verzehrt werden, teilte das Unternehmen mit. Kunden könnten sie selbst entsorgen oder gegen Erstattung der Kosten zurückgeben. Listerien sind Bakterien. Wer damit verunreinigte Lebensmittel verzehrt, kann an einer Listeriose erkranken. Die meldepflichtige Erkrankung verläuft bei gesunden Erwachsenen meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist sie für abwehrgeschwächte Menschen und Schwangere.

Die Listerien seien bei Eigenkontrollen der Firma festgestellt worden, sagte der Sprecher des Landkreises Leer, Philipp Koenen. Beide Geschäftsstellen seien inzwischen geschlossen und der Verkauf eingestellt worden. «Die Ware wurde entsorgt.» Zudem habe man mit der intensiven Reinigung und Desinfektion der Räume begonnen.

Der seit über 30 Jahren bestehende Familienbetrieb verwendet Erzeugnisse regionaler Herkunft und historische ostfriesische Rezepte, wie es auf der Homepage der Schlachterei heißt. Über die Warnung hinaus äußerte sich das Unternehmen am Sonntag nicht.

Anfang des Monats waren bei der Firma Fleisch-Krone aus dem Oldenburger Münsterland nach dem Fund von Listerien bundesweit vertriebene Fertig-Frikadellen zurückgerufen worden. Zwei Betriebe der Fleischfirma wurden vorläufig stillgelegt. Bisher gab es laut niedersächsischem Gesundheitsministerium keine Hinweise auf Listeriose-Erkrankungen, die mit diesem Fund in Zusammenhang standen.

Anfang Oktober hatten Behörden nach dem Fund von Listerien den nordhessischen Fleischhersteller Wilke geschlossen. Mehrere Todes- und Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.


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