Gedenken an 13 jüdische NS-Opfer Ein Denkmal in Ihrhove, das erinnert und mahnt

Einweihung am Gedenktag an die Reichspogromnacht von 1938: In Ihrhove wurden die bedeutungsschweren Betonstelen präsentiert, die an die 13 jüdischen NS-Opfer aus Westoverledingen erinnern. Foto: Gemeinde WestoverledingenEinweihung am Gedenktag an die Reichspogromnacht von 1938: In Ihrhove wurden die bedeutungsschweren Betonstelen präsentiert, die an die 13 jüdischen NS-Opfer aus Westoverledingen erinnern. Foto: Gemeinde Westoverledingen

Ihrhove. 13 lebensgroße Betonstelen für die 13 jüdischen Mitbürger der heutigen Gemeinde Westoverledigen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden: Mit einer Einweihungsfeier ist ein Denkmal, das an die jüdischen Opfer der NS–Zeit erinnern soll, offiziell eröffnet worden. Es steht an der Blinkstraße in Ihrhove.

Etwa 140 Gäste nahmen an der öffentlichen Einweihung teil. Als Eröffnungstag wurde der 9. November gewählt, um der Reichspogromnacht von 1938 zu gedenken, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Westoverledingen. „Es ist ein Tag, der uns heute mahnt. Nie wieder sollen in unserer Gesellschaft und bei uns vor Ort Minderheiten ausgeschlossen und verfolgt werden“, sagte Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes. Das Denkmal solle zum einen ein würdevolles Gedenken an die Opfer ermöglichen und gleichzeitig auch Mahnmal sein.

Errichtet wurde es auf Anregung des Gemeinderats und auf der Grundlage der Recherchen des Westoverledinger Heimatforschers Hermann Adams. Die Gemeinde beauftragte den Bildhauer Gerd Christmann mit der Planung und Erstellung.

Bei der offiziellen Einweihungsfeier in Ihrhove wirkte auch das Schulzentrum Collhusen mit. So stellten einige Schüler in kurzen Lesungen die Lebens- und Todeswege der 13 jüdischen Mitbürger dar und boten musikalische Beiträge.

Eine emotionale Rede hielt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann in ihrer Funktion als Vizepräsidentin der deutsch-israelischen Gesellschaft: „Wir alle sind dafür verantwortlich, dass sich die Geschichte in unserer heutigen Gesellschaft nicht wiederholt und Juden in Deutschland in Frieden leben können“, so Connemann. Leider sei es jedoch so, dass aufgrund des zunehmenden Antisemitismus viele Juden nach Israel flüchten würden.

Auch Wolfgang Kellner als Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland und Landrat Matthias Groote hielten Grußworte an die Gäste und lobten die Erinnerungsarbeit der Gemeinde Westoverledingen.


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