Stillstand für die Zukunft Papierfabrik in Weener stoppt Produktion im März

Von Kai-Uwe Hanken

Meine Nachrichten

Um das Thema Ostfriesland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Dampf ablassen: Im nächsten Monat wird Klingele die Papierproduktion vorübergehend stoppen. Grund sind Umbau- und Instandhaltungsarbeiten. Foto: HankenDampf ablassen: Im nächsten Monat wird Klingele die Papierproduktion vorübergehend stoppen. Grund sind Umbau- und Instandhaltungsarbeiten. Foto: Hanken

Weener. Es klingt paradox: Mit einem Stillstand wird die Klingele Papierfabrik in Weener einen Schritt in die Zukunft gehen. Umfassende Modernisierungsmaßnahmen stehen im März an. Auf dem Werksgelände wird dann einiges los sein. Auch das firmeneigene Kraftwerk wird auf Vordermann gebracht.

„Wegen der starken Produktions-Nachfrage haben wir in den vergangenen zwei Jahren wenig machen können in der Fabrik. Diesen Investitionsstau wollen wir jetzt abarbeiten“, erläutert Thilo-Hubertus Kuhl, stellvertretender Geschäftsführer des Unternehmens, auf Anfrage unserer Redaktion.

Ab dem 10. März wird darum die Produktion für eine Woche ruhen. In dieser Zeit finden dann diverse Bau- und Instandsetzungsarbeiten statt. Ziel ist es dabei, die Laufgeschwindigkeit und Stabilität in der Papierproduktion weiter zu optimieren und damit auch die Qualität des Papieres.

So wird zum einen das Plattenband für die Altpapierballen erneuert. Außerdem werden ein 20 Jahre alter Zylinder ausgetauscht und die Arbeitssicherheit an der Papiermaschine durch verschiedene Maßnahmen erhöht. „Es geht darum, das Handling an der Maschine bei Bahnabrissen sicherer zu machen“, so Kuhl. Parallel werden nach Unternehmensangaben die automatische Rollentransportanlage sowie das Kranlager gewartet, wodurch die Auslieferung der Papiere in dieser Zeit nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Täglich werden im Werk Weener bis zu 800 Tonnen Papier produziert. „Diese Mengen fehlen uns natürlich während der Baumaßnahmen, auf der anderen Seite wird die Produktion danach noch leistungsfähiger sein“, zeigt sich Kuhl überzeugt.

Logistisch wird das Projekt eine große Herausforderung: Zu den etwa 130 Beschäftigten der Papierfabrik kommen dann nach Angaben des stellvertretenden Firmenchefs rund 240 externe Fachkräfte, die die Arbeiten ausführen. Dazu wird ein Container-Dorf auf dem Firmengelände eingerichtet, indem die Arbeiter untergebracht werden. Auch ein Sanitäter steht hier 24 Stunden für Notfälle und Erstversorgung parat.

Im gleichen Zeitraum soll die Revision des Kraftwerks am Geiseweg erfolgen. Die Anlage speist die Papierfabrik mit Wärmeenergie und wird alljährlich für etwa zehn bis 15 Tage auf Herz und Nieren geprüft. So auch im März. Dann werden nach Angaben von Kuhl etwa 150 Arbeiter das zehn Jahre alte Kraftwerk auf Vordermann bringen. Mit mehr als 8000 Betriebsstunden im Jahr sei die Anlage sehr gut ausgelastet. Anders als in der Papierfabrik, in der die Maschine zu bestimmten Zeiten wie an Weihnachten abgeschaltet wird, sei ein Stillstand im Kraftwerk eher selten. „Die Anlage wird durchgängig gefahren, da ein Abschalten auf Dauer schädlich für die Systeme ist“, erläutert Kuhl.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN