Hat Lkw Ladung falsch gesichert Rege Debatte um Meldung der Autobahnpolizei Leer

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Der Lkw, den Beamte der Autobahnpolizei Leer in Höhe des Emstunnels bei Leer gestoppt haben, hatte zahlreiche Stahlplatten geladen. Wie diese Platten im Idealfall zu sichern sind, darüber gab es eine rege Diskussion im Internet. Foto: Autobahnpolizei LeerDer Lkw, den Beamte der Autobahnpolizei Leer in Höhe des Emstunnels bei Leer gestoppt haben, hatte zahlreiche Stahlplatten geladen. Wie diese Platten im Idealfall zu sichern sind, darüber gab es eine rege Diskussion im Internet. Foto: Autobahnpolizei Leer

Leer. Eine Meldung der Autobahnpolizei Leer wegen einer mangelnden Sicherung von Stahlplatten auf einem Lkw-Anhänger hat für Wirbel im Internet gesorgt. Auf der Facebookseite der Autobahnpolizei gab es hunderte Kommentare, viele davon stammten von Lkw-Fahrern, die der Polizei widersprachen. Gegen einige Kommentatoren wurde nun sogar Strafanzeige erstattet, weil sie ausfallend geworden waren?

Was war überhaupt passiert? Bereits am Montag gegen 12.30 Uhr hatten Beamte der Autobahnpolizei Leer ein Foto bei Facebook gepostet. In dem erklärenden Text heißt es, Beamte haben am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr im Bereich des Emstunnels bei Leer einen niederländischen Lkw gestoppt. Der 53 Jahre alte Fahrer hatte bei seiner Fahrt über die Autobahn 31 in Richtung Emden zu wenig Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten. Die Rede ist von nur etwa zehn Metern.

Bei einer anschließenden Kontrolle stellten die Polizisten zwei weitere strafbare Dinge fest. Beim Blick in den digitalen Fahrtenschreiber wurden Verstöße festgestellt, diese wurden mit einem Bußgeld in Höhe von rund 3000 Euro geahndet, heißt es. 

Ladung nur mit Quergurten gesichert

Das aber sorgte weniger für Diskussionsbedarf bei der Netzgemeinde, sondern der dritte geahndete Verstoß: Den Autobahnpolizisten zufolge war die Ladung des Lkw, etwa ein Dutzend übereinander liegende Stahlplatten mit einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen, nicht ausreichend gesichert. Zu sehen sind auf dem veröffentlichten Bild fünf Zurrgurte, die quer über den Platten liegen. Notwendig wären insgesamt 195 Zurrgurte  in unterschiedliche Richtungen gewesen, heißt es. "Stahl auf Stahl hat recht wenig Reibung, ein flacher Winkel bringt kaum Kraft ins Niederzurren und zu guter letzt werden die Ratschen auch nicht viel Kraft in die Sicherung gebracht haben", heißt es in einem Nachtrag, der am frühen Montagabend veröffentlicht wurde. Ideal gewesen wäre der Einsatz von rutschhemmenden Matten zwischen den einzelnen Stahlplatten. 


Sachliche, aber auch beleidigende Kommentare 

Der Beitrag verbreitete sich in der Fernfahrerszene offenbar in Windeseile. Viele diskutierten das Thema sachlich und verteidigten die Beamten. "Einfach nur traurig für meinen Berufsstand. Leider sehen noch zu viele Fahrer die Schulungen als eine Art Schikane, statt endlich die Chance zu nutzen sich fachliches Wissen fernab des Stammtisches anzueignen", schreibt ein Kommentator. 

Einige schossen mit ihren Kommentaren aber über das Ziel hinaus und wurden beleidigend. "Sie sind krank ", heißt es beispielsweise, in einem anderen Kommentar ist von "Streifenhörnchen" die Rede. Daraufhin warnten die Beamten: "Ihr solltet euch Begriffe wie ,Streifenhörnchen' verkneifen, wir nennen ja hier auch niemanden einen Idioten, obwohl er offensichtlich über etwas schreibt, von dem er leider viel zu wenig Ahnung hat." Dabei sollten Berufskraftfahrer mindestens zwei mal etwas über Ladungssicherung gehört haben im Rahmen ihrer Berufsqualifikation, heißt es. "Leider gilt hier nur Anwesenheitspflicht, wie man bei vielen Kommentaren auch merkt", stellen die Beamten fest.

Polizeiinspektion schaltet sich in Debatte ein

Am Dienstagmittag schaltete sich auch die Polizeiinspektion (PI) Leer/Emden in die Diskussion ein. In einem Facebookpost der PI heißt es: "Bei einer Sichtung sind Kommentare aufgefallen, die beleidigenden Inhalt aufweisen. Wir geben in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass beleidigende Inhalte strafbar sind und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können." Die Polizei begrüße ausdrücklich eine sachliche und kontroverse Diskussion, "Beleidigungen zählen allerdings nicht dazu und werden strafrechtlich verfolgt".



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