Glasfaser-Ausbau die Ursache? Mittlerweile 14 Kühe nach Stromschlag in Weener verendet

Von Michael Hoegen

An vielen Stellen in der Region, auch im Rheiderland, wird derzeit der Glasfaser-Ausbau vorangetrieben. Dabei könnte es zu der Panne in Weener gekommen sein, der einen Stromschlag in einem Kuhstall auslöste. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpaAn vielen Stellen in der Region, auch im Rheiderland, wird derzeit der Glasfaser-Ausbau vorangetrieben. Dabei könnte es zu der Panne in Weener gekommen sein, der einen Stromschlag in einem Kuhstall auslöste. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Weener. Die Zahl der durch einen Stromschlag in Weener verendeten Kühe ist auf 14 gestiegen. Die Ursache für den Vorfall ist weiterhin unklar. Ursache könnten aber eine Panne beim laufenden Glasfaser-Ausbau gewesen sein, der aktuell vom Netzbetreiber EWE im Rheiderland vorangetrieben wird.

Zunächst hatte die Polizei Leer/Emden von acht verendeten Kühen in dem Stall in Weenermoor, einem Ortsteil der Stadt Weener, gesprochen. Die Zahl der toten Tiere, das steht mittlerweile fest, ist aber höher als zunächst angenommen. "Mehr als zehn Kühe sind umgekommen", teilte Ina Buchholz, Sprecherin des Netzbetreibers EWE für den Bereich Infrastruktur, auf Anfrage der Rheiderland-Zeitung (RZ) mit. Nach Informationen der RZ mussten mittlerweile auch weitere Kühe aufgrund ihrer Verletzungen durch den Stromschlag eingeschläfert werden. Insgesamt 14 Kühe sind damit wohl dem Unglück zum Opfer gefallen. 

Die EWE bestätigte der RZ ebenfalls, dass ein Bohrunternehmen, das im Auftrag von EWE Netz tätig war, das Unglück im Kuhstall ausgelöst haben könnte. "Am Montag hat ein Tiefbauunternehmen die Hausanschlussleitung des Hofes in Weenermoor getroffen. Aus bisher ungeklärter Ursache hat es im Stall des Landwirtes einen Stromunfall gegeben. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen besteht, konnte noch nicht festgestellt werden und wird derzeit ermittelt", so die EWE-Sprecherin.

Leerrohr-Verlegung für Glasfaser-Ausbau als Grund?

"Bei Tiefbauarbeiten für den Glasfaserausbau wurde die Hausanschlussleitung des Hofes getrennt", nannte Buchholz weitere Details. An der Kreisstraße 35 werde derzeit im Auftrag des Landkreises Leer der Breitbandausbau vorangetrieben, ergänzte dazu Dieter Backer, Pressesprecher des Landkreises Leer. Dazu erläuterte Ina Buchholz: "Das Tiefbauunternehmen verlegt Leerrohre für Glasfaserkabel. Es wird in einem geschlossenen Verlegeverfahren das Rohr eingezogen, nachdem eine Erdrakete die Erde weggeschoben hat. Anschließend werden die Glasfaserkabel in die Rohre eingeblasen."

Noch unklar ist, wie der Stall noch nach der Kappung der Hausanschlussleitung mit Strom versorgt sein konnte und wie die Tiere im Stall in Kontakt mit einer stromführenden Leitung kamen. "Bis zum Übergabepunkt der Inneninstallation geht die Verantwortung des Netzbetreibers«, so EWE-Sprecherin Ina Buchholz zur juristischen Seite des Unglücksfalls.


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