Krankenhaus kann aber bestehen Notfallversorgung in Weener wird eingeschränkt

Von Holger Szyska

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Die Notfallversorgung am Krankenhaus in Weener wird eingeschränkt. Symbolfoto: dpaDie Notfallversorgung am Krankenhaus in Weener wird eingeschränkt. Symbolfoto: dpa

Weener. Stabile Zahlen, aber auch zwei Wermutstropfen: Dieses Bild zeichnete der Geschäftsführer des Klinikums Leer, Holger Glienke, bei der Mitgliederversammlung des Krankenhausvereins in Weener.

Demnach lässt die geplante Abteilung für geriatrische Rehabilitation weiterhin auf sich warten. Zudem wird die Notfallversorgung eingeschränkt.

„Wir werden am Standort bestehen können“, lautete das nüchterne Fazit Glienkes auf der Versammlung des Allgemeinen Krankenhausvereins für das Rheiderland in Weener. Die Prognose ist also deutlich besser als zu Zeiten der drohenden Schließung des Krankenhauses vor zwölf Jahren, aber kein Ruhekissen.

Zu 75 Prozent ausgelastet

„Ich darf von Stabilität berichten“, sagte Glienke vor rund 90 Vereinsmitgliedern. Demnach sind 2017 und auch im laufenden Jahr in Weener rund 2100 Patienten stationär aufgenommen worden. Das entspricht einer Auslastung von 75 Prozent der 60 Planbetten. Zudem sind 6500 Patienten pro Jahr ambulant versorgt worden. Bei rund 100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa acht Millionen Euro hat der Standort einen Anteil von etwa zehn Prozent an der Klinikum-Gruppe Leer, zu der das Krankenhaus Rheiderland seit 2009 gehört. Die Gruppe beschäftigt laut Glienke rund 1100 Menschen und kommt auf einen Umsatz von 80 Millionen Euro.

Ringen um Fachkräfte

Wie der Geschäftsführer ausführte, kann die geplante Reha-Klinik nach wie vor nicht realisiert werden. Erste Pläne hatte es bereits 2014 gegeben. Doch die personelle Ausstattung bereitet noch immer Probleme, so Glienke: „Es gibt ein Ringen um Fachkräfte.“ Die Pläne werden jedoch nicht zu den Akten gelegt. Glienke: „Was noch nicht ist, kann noch werden. Wir arbeiten daran.“

Keinen Einfluss hat das Klinikum hingegen auf neue gesetzliche Vorgaben, nach denen die Notfallversorgung in Weener in absehbarer Zeit „etwas eingeschränkt werden wird“, wie Glienke mitteilte. Kleinere Behandlungen wie die Wundversorgung blieben möglich, in schwereren Fällen sei das dann aber nicht mehr erlaubt.

2000 Mitglieder

Jakobus Baumann als Vorsitzender hatte sich in seinem Jahresbericht mit der Entwicklung des Vereins „sehr zufrieden“ gezeigt. Die Mitgliederzahl von 2000 sei „stabil“, die Spendenbereitschaft „enorm“. Dass das Engagement der Mitglieder im Kuratorium und in der Mitgliederarbeitsgruppe „ungebrochen stark“ ist, wie Baumann betonte, lässt sich beispielhaft an der Reihe „Klingendes Krankenhaus“ ablesen. Rund 800 Mitglieder von Chören und Musikgruppen, Solisten und Plattdeutsch-Redner würden den Patienten auf 70 Veranstaltungen im Jahr „mit Gesang und Klang eine Freude bereiten“, so Baumann. „Wir können mit Fug und Recht von der größten Gemeinschaftsaktion im Landkreis Leer und weit darüber hinaus sprechen.“

Von Dauer sein soll auch die Arbeit der neuen Betreiber des „Café Rheiderland“ im Krankenhaus. Claudia und Andreas Hesse aus Bunderhammrich werden zum 1. Dezember als Pächter die Regie übernehmen.


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