Noch keine Einigung Friesenfähre: Tauziehen um Zuwegung geht weiter

Von Kai-Uwe Hanken

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Die Friesenfähre hat den Testbetrieb aufgenommen. Wie es mit der umstrittenen Zuwegung zum Anleger in Weener weitergeht ist immer noch offen. Foto: Kai-Uwe HankenDie Friesenfähre hat den Testbetrieb aufgenommen. Wie es mit der umstrittenen Zuwegung zum Anleger in Weener weitergeht ist immer noch offen. Foto: Kai-Uwe Hanken

Weener. Nach den ersten erfolgreichen Testfahrten der Friesenfähre geht das Tauziehen um eine Lösung für die zweite Zuwegung in Weener weiter.

Auch wenn die Situation verfahren scheint: Eberhard Lüpkes, Geschäftsführer der Schiffgesellschaft Friesenbrücke, ist hoffnungsfroh, dass in nächster Zeit ein Durchbruch erzielt werden kann, der den Fährverkehr mit Passagieren noch in diesem Jahr ermöglicht. "Ich habe die Hoffnung, dass sich alle Beteiligten bewegen, von Maximalforderungen abrücken und wir zu einer Kompromisslösung kommen", sagte er auf Anfrage. 

Wie diese Lösung im Detail aussieht, wäre noch zu klären. Ist eine Ausnahmegenehmigung für den Passagierverkehr für dieses Jahr zu bekommen? Können die Kosten für die Zuwegung reduziert oder aufgeteilt werden? Diese und andere Fragen stehen im Raum. Lüpkes hofft, dass die Verantwortlichen der Meyer Werft und der Landkreis Leer sich austauschen und eine Lösung finden, "bei der alle ihr Gesicht wahren".

Wenig Handlungsspielraum

Beim Landkreis Leer sieht man aufgrund der Bauordnung wenig Handlungsspielraum, von der zweiten Zuwegung abzurücken. Aber Kreissprecher Dieter Backer betonte auf Anfrage: "Wir sind für alle guten Vorschläge offen." Aus Kreissicht ist die jetzige Deich-Überwegung neben der Kammerschleuse aus Sicherheitsgründen nicht geeignet, um zum Anleger in Weener zu kommen. Favorisiert wird die Verlängerung eines nahen Deichweges um 200 Meter. 

Werftchef Bernard Meyer hatte es abgelehnt, die Kosten für den Weg in Höhe von etwa 200.000 Euro zu übernehmen - mit Verweis auf die bisher getätigten Investitionen in Höhe von 1,5 Millionen Euro und zusätzlich notwendige Ausgleichsmaßnahmen. Weeners Bürgermeister Ludwig Sonnenberg sagte auf Nachfrage: "Ich wünsche mir, dass es eine Einigung zwischen Landkreis und Werft gibt. Aber ich gehe davon aus, dass die zweite Zuwegung kommen muss."

Fähre wieder im Deverhafen

Derzeit liegt die Fähre nach den ersten erfolgreichen Testfahrten wieder im Deverhafen in Papenburg. Dort werde sie für den Einsatz während des Open-Air-Festivals vor der Meyer Werft im Industriehafen vorbereitet, so Friedhelm Jacobs von der Reederei »Schulte & Bruns«. Ab der kommenden Woche finden die Testfahrten auf der Ems wieder statt. Insgesamt sechs Schiffsführer werden geschult. 


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