Meyer Werft lässt Vertrag auslaufen Emder Nordseewerke wieder zahlungsunfähig

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In Emden geht der Niedergang Nordseewerke weiter. Foto: Carmen Jaspersen/dpa/ArchivIn Emden geht der Niedergang Nordseewerke weiter. Foto: Carmen Jaspersen/dpa/Archiv

Papenburg/Emden. Die Emder Nordseewerke sind wieder zahlungsunfähig – zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren. Dem Unternehmen fehlen Folgeaufträge der Meyer Werft. Die Papenburger Schiffbauer monieren mangelnde Qualität und Termintreue.

Werftsprecher Peter Hackmann teilte am Donnerstag auf Anfrage mit, dass die Papenburger Schiffbauer über die zu September endende Rahmenvereinbarung hinaus keine weiteren Aufträge an die Nordseewerke Emden Shipyard (NES) vergeben werde. „Der Vertrag läuft aus und wird nicht verlängert“, sagte Hackmann. Grund seien mangelnde Qualität und Termintreue. „Bei der Lieferung hat es erhebliche Verzögerungen gegeben“, erklärte Hackmann. Zudem hätte auf der Werft qualitativ nachgearbeitet werden müssen.

NES produzierte neben schweren Stahlkomponenten für die Offshore-Industrie auch Großbauteile für die Meyer Werft. Die Papenburger ließen seit 2016 Blöcke für ihre Kreuzfahrtschiffe in der ostfriesischen Seehafenstadt fertigen, darunter auch für die am vergangenen Dienstag ausgedockte „Aidanova“.

Zuerst hatte die „Ostfriesen-Zeitung“ über die erneute Insolvenz der Emder Nordseewerke berichtet. Demnach hat das Amtsgericht Aurich am Mittwoch einen entsprechenden Antrag des Unternehmens in Eigenregie bewilligt. Der Geschäftsbetrieb solle weiterlaufen. Die laut NES derzeit 83 Beschäftigten seien am Mittwoch in einer außerordentlichen Betriebsversammlung informiert worden. Die Belegschaft soll seit Juli keinen Lohn mehr bekommen haben.

Damit geht der Niedergang der früheren Traditionswerft weiter. Mit der jüngsten Entwicklung sind die Nordseewerke zum dritten Mal seit 2012 zahlungsunfähig. Ende Mai 2015 stellten die im Jahr 1903 gegründeten Nordseewerke erneut einen Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Aurich hatte daraufhin einen vorläufigen externen Insolvenzverwalter eingesetzt. Zuletzt war die einstige Traditionswerft im Bereich der Offshore-Zulieferungen aktiv. Aus dem Schiffbaustandort Emden hatte sich der frühere Eigentümer ThyssenKrupp 2010 weitestgehend zurückgezogen, als er die Nordseewerke an den inzwischen insolventen Offshore-Zulieferer Siag verkaufte. Das letzte Schiff lief in Emden im Jahr 2009 mit dem Containerfrachter „Frisia Cottbus“ vom Stapel.


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