Unternehmen und Landkreis uneins Friesenfähre: Es hakt an 200 Meter Pflasterweg

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Weener. Das Fährboot, das künftig als „Friesenfähre“ auf der Ems zwischen Weener und Westoverledingen verkehren soll, wird nun doch ab Samstag, 25. August 2018, auf seine Funktionalität getestet – allerdings ohne Passagiere. Unterdessen gibt es über den notwendigen Ausbauzustand der Zuwegung zum Anleger in Weener offenbar unterschiedliche Auffassungen.

Während auf der einen Seite die Papenburger Unternehmen Schulte & Bruns und die Meyer Werft als Initiatoren und Finanzierer der Fährlösung den aktuellen Ausbau der Zuwegung per Deichtreppe und Pflasterweg als ausreichend ansehen, hatte der Landkreis Leer diese bei einer Zwischenüberprüfung beanstandet. Nur eine Deichtreppe als Überquerung für den Fährbetrieb entspreche nicht dem geltenden Baurecht und sei nicht von allen Fährnutzern sicher zu bewältigen, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises von Dienstag. Es müsse auch die bereits beantragte Verbindung der separat vorhandenen Deichüberquerung für Radfahrer vom Fuß des Deiches bis zum Anleger gebaut werden.

Landkreis soll Zuwegung organisieren und tragen

Das Unternehmen Schulte & Bruns teilte nun mit, dass „weitere gewünschte Veränderungen bei der Zuwegung zu dem Fähranleger in Weener vom Landkreis Leer getragen und organisiert werden sollten“. Geschäftsführer Friedhelm Jacobs machte auf Anfrage unserer Redaktion deutlich, dass aus seiner Sicht die vorhandene Anlage ausreichend sei. Peter Hackmann, Sprecher der Meyer Werft, sieht indes „unterschiedliche Wahrnehmungen“ über die Zuwegung. Er kündigte an, dass in den nächsten Tagen „intensiv darüber gesprochen“ werde. An der Suche nach einer Lösung werden dann Vertreter der Meyer Werft, von Schulte & Bruns und der Kreisverwaltung beteiligt sein.

Genehmigungsbehörde will nicht zu Ende bauen

Wie der Sprecher des Landkreises Leer, Dieter Backer, auf Anfrage erklärte, gehe es um einen ebenfalls vorhandenen Weg über den Deich für Radfahrer, der allerdings am Fuß des Deiches ende. Hier fehle noch die beantragte und auch genehmigte gut 200 Meter lange befestigte Verbindung mit dem Anleger. „Darauf müssen wir bestehen, weil diese für Radfahrer und Rollstuhlfahrer nötig ist“, so Backer. Gleichwohl betonte der Kreissprecher, dass das, was die Papenburger Unternehmen mit der Friesenfähre schaffen würden, ein Geschenk sei, für das man dankbar sei. Es könne aber nicht sein, dass „der Bauherr sagt, dass die Genehmigungsbehörde es zu Ende bauen soll“.

Testbetrieb beginnt am 25. August

Wie das Unternehmen Schulte & Bruns mitteilte, liegen für die beiden Partner Schulte & Bruns und die Meyer Werft inzwischen alle „Rahmenbedingungen und Zulassungen“ für den Testbetrieb vor. Dieser werde am Samstag, 25. August, um 9.45 Uhr in Mitling Mark, Marker Sieltief, starten. Allerdings werden während der Tests keine Passagiere befördert. Geschäftsführer Friedhelm Jacobs erläuterte, dass beispielsweise die Anlegemanöver geübt würden und die künftigen Fährführer sich mit dem Boot vertraut machen würden.


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