Ersatz für zerstörte Friesenbrücke Probebetrieb für Emsfähre bei Weener ab August

Von Holger Szyska

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Das Boot aus Aluminium kann bis zu acht Passagiere mit ihren Fahrrädern befördern, ohne Fahrräder sind es zwölf. Foto: SBS GmbH (Andernach)Das Boot aus Aluminium kann bis zu acht Passagiere mit ihren Fahrrädern befördern, ohne Fahrräder sind es zwölf. Foto: SBS GmbH (Andernach)

Westoverledingen/Weener. Nach langem Hin und Her rückt der Betrieb einer Fähre über die Ems zwischen Weener und Mitling-Mark als zeitweiligen Ersatz für die zerstörte Friesenbrücke in Reichweite. „Wir sind zuversichtlich, Anfang August mit dem Probebetrieb starten zu können“, so Eberhard Lüpkes, Geschäftsführer der kommunalen Fährgesellschaft „Friesenbrücke“.

Auf den Starttermin verständigte sich Lüpkes bei einem Treffen mit Vertretern der Meyer Werft und des Ingenieurbüros Grote in Papenburg. Bis das Boot in Betrieb gehen kann, ist allerdings noch einiges zu tun. So sollen in dieser Woche finale Gespräche über den Bau der Anlegestellen stattfinden. In der nächsten Woche sollen dann die Arbeiten beginnen - im Bereich der Deichrampe in Höhe des Campingplatzes zwischen der Schleuse und der Friesenbrücke in Weener, wo die Fähre auch ihren Liegeplatz haben wird, und beim Sieltief in Mitling-Mark. Bereits im Bau sind die Pontons, besonders aufwändig dürfte das Rammen langer Dalben in die Flusssohle werden.

Bis zu zwölf Passagiere

Die Fähre, die bei der Schmitt Boote und Schwimmende Anlagen GmbH (SBS) in Andernach am Rhein gebaut wird, befindet sich derzeit in der Endausrüstung, wie Friedhelm Jacobs mitteilte. Der Motor sei eingebaut, die Endabnahme durch die ZSUK (Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission) stehe bevor, erklärte der Geschäftsführer von Schulte & Bruns. Anfang Juli soll das kleine Aluminium-Boot per Lastwagen angeliefert werden. Die Fähre kann laut Jacobs bis zu acht Passagiere mit ihren Fahrrädern transportieren, ohne Fahrräder sind es zwölf.

Ruheständler mit maritimer Erfahrung gesucht

Für die Besatzung wird derzeit noch Personal gesucht. In Frage kommen Ruheständler mit maritimer Erfahrung. Eine Voraussetzung ist das Binnenschifffahrtspatent. Interessierte können sich bei der Reederei Schulte & Bruns in Papenburg melden. Zu welchen Zeiten sie genau an Bord sein werden, steht noch nicht fest. Vorerst soll die Zeit von Anfang August bis Ende Oktober als Probephase dienen, erklärte Lüpkes.

Ausschließlich bei Tageslicht

Denn erst im Praxisbetrieb zeige sich, welche Verbesserungen ratsam und möglich seien. Kurzfristig mögliche Änderungen sollten sofort, andere Korrekturen zum nächsten Jahr erfolgen. „Ich denke dabei vor allem an die Berufspendler“, will Lüpkes den Fährverkehr möglichst auf diejenigen ausrichten, die am ehesten darauf angewiesen sind - sofern es machbar ist. Denn bislang sind die Planungen lediglich auf einen Betrieb vom 1. April bis zum 31. Oktober ausgelegt - und zwar ausschließlich bei Tageslicht und abhängig von der Tide, weil die Anlege-Pontons bei Niedrigwasser aufliegen und dann kein Fährverkehr möglich ist. Dem Vernehmen nach wäre eine Investition von rund 1,2 Millionen Euro nötig gewesen, um einen Betrieb unabhängig von der Tide zu ermöglichen.

50 Minuten für Hin- und Rückfahrt

Geschäftsführer Lüpkes setzt nun darauf, dass Nachbesserungen umgesetzt werden, die sich mit verhältnismäßigen Mitteln bewerkstelligen lassen. So ist eine Beleuchtung an den Anlegestellen nach aktuellem Stand nicht vorgesehen, was sich noch ändern könnte. Auch steht derzeit eine Dauer von 50 Minuten für die Hin- und Rückfahrt im Raum - jeweils 15 Minuten für die rund zwei Kilometer lange Fahrt zwischen Weener und Mitling-Mark sowie jeweils zehn Minuten für das An- und Ablegen. „Ich hoffe, dass wir das reduzieren können“, wünscht sich Lüpkes positive Erfahrungen im Probebetrieb.

Name für Fähre gesucht

Derweil rufen die Stadt Weener und die Gemeinde Westoverledingen Kinder dazu auf, einen Namen für die Emsfähre zu finden. „Die Kindertagesstätten und Schulen in Weener wurden heute informiert“, sagte Stadtsprecherin Kerstin Beier. „Sie wurden gebeten, bis zum Beginn der Sommerferien Vorschläge zu sammeln.“ Damit sich die Kinder ein Bild von der Fähre machen können, wurde auch die Zeichnung der Bauwerft beigelegt.

Eine Berichterstattung zum aktuellen Planungsstand für den Wiederaufbau der Friesenbrücke finden Sie hier:


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