„Sind noch in der Vorplanung“ Drehpfeiler für neue Friesenbrücke bei Weener wird verlegt


Ihrhove. Über den aktuellen Stand der Planungen für den Wiederaufbau der Friesenbrücke über die Ems bei Weener haben am Montagabend im Ihrhover Rathaus Vertreter der Deutschen Bahn sowie der Ingenieur- und Architekturbüros informiert.

Knapp 200 Interessierte waren der Einladung des Konzerns gefolgt. Was sie dabei hörten, stellte viele nur bedingt zufrieden. Insbesondere das Zeitfenster sorgte für zahlreiche Nachfragen. „Wir sind noch in der Vorplanung“, musste Markus Schacht vom ausführenden Ingenieurbüro mehrmals auf detaillierte Fragen aus dem Plenum antworten.

Durchfahrtsbreite für Schiffe von 6,20 Meter

Vorher informierte Schacht über den aktuellen Stand. Als wichtigste Information stellt sich dabei die Verlegung des Drehpfeilers für den Teilneubau der Drehbrücke heraus. War dieser Pfeiler bislang auf der Weeneraner Seite platziert, sehen die neuen Überlegungen einen Standort auf der Westoverledinger Seite vor. „Mit dieser Maßnahme holen wir den Drehpfeiler aus der Fahrrinne, was eine Durchfahrtsbreite für Schiffe von 6,20 Meter ermöglicht“, erklärte der Ingenieur. Zudem gebe es ein geringeres Aufprallrisiko, wenn sich der Pfeiler außerhalb der Fahrrinne am Ufer befinde.

Alte Pfeiler werden gesprengt

Die nach seinen Worten „größte Drehbrücke Europas“ soll sich optisch der bei einer Kollision mit einem Frachtschiff im Dezember 2015 zerstörten 335 Meter langen Friesenbrücke orientieren. „Die jetzige Planung sieht einen klassischen Entwurf einer Fachwerkbrücke vor, der Fußgängern und Radfahrern beim Passieren der Brücke einen freien Blick auf die Ems gewährt. Der Gehweg soll nach Worten des Ingenieurs eine Breite von 2,50 Meter haben.

Bisherige, nicht mehr benötigte Pfeiler würden Schacht zufolge gesprengt. „Das passiert aber kontrolliert. Es wird nichts durch die Luft fliegen.“ Schacht stellt aber klar, dass es sich nach wie vor um die Vorplanungen handelt. „Die werden sich mit Sicherheit noch verändern und weiterentwickeln.“

Viel Zeit verloren

Zunächst müsse noch die Planfeststellung erfolgen. Außerdem wird nach Worten von Ingenieur Rainer Brokmann derzeit eine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. „Dabei soll ermittelt werden, wie sich das Bauvorhaben auf die Umwelt auswirkt“, so Brokmann.

Peter Seitz , Leiter der Regionalnetze Nord bei der Deutschen Bahn, teilte mit, dass eine Inbetriebnahme der Drehbrücke im Jahr 2024 angepeilt werde. Er räumte ein, dass direkt nach der Kollision viel Zeit verloren wurde. „Wir haben zuerst die Bestandsvariante durchgeplant. Jetzt wird aber eine große Lösung gewünscht. Wir führen dabei die politisch getroffenen Entscheidungen durch.“

Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes machte deutlich, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr geben dürfe. „Das große klaffende Loch hat viele Verbindungen gekappt und berührt mittlerweile auch emotional.“

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