Mehrwegbecher mit Wahrzeichen Initiative gegen Plastikmüll durch Kaffeebecher in Ostfriesland

Entwickeln gemeinsam ein Pfandsystem für Mehrweg-Kaffebecher in Ostfriesland: (v.l.) Heiko Schmelzle (Stadt Norden), Anna Gerritzen (Hochschule Emden/Leer), Jann Gerdes (Stadt Emden), Vanessa Zarembowicz (Kaffeerösterei Baum Leer), Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Karsten Everth, Beatrix Kuhl (beide Stadt Leer), Hardwig Kuiper (Stadt Aurich) und Bernd Bornemann (Stadt Emden). Foto: Hochschule Leer/EmdenEntwickeln gemeinsam ein Pfandsystem für Mehrweg-Kaffebecher in Ostfriesland: (v.l.) Heiko Schmelzle (Stadt Norden), Anna Gerritzen (Hochschule Emden/Leer), Jann Gerdes (Stadt Emden), Vanessa Zarembowicz (Kaffeerösterei Baum Leer), Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Karsten Everth, Beatrix Kuhl (beide Stadt Leer), Hardwig Kuiper (Stadt Aurich) und Bernd Bornemann (Stadt Emden). Foto: Hochschule Leer/Emden

Leer/Emden. In Ostfriesland hat sich eine Initiative gebildet, die den Plastikmüll reduzieren soll, der alljährlich durch Einweg-Kaffeebecher entsteht. Derzeit wird ein Mehrwegbecher für Heißgetränke entwickelt, der mit typischen ostfriesischen Wahrzeichen gestaltet werden soll.

Hinter der Initiative steht die Hochschule Leer/Emden sowie mehrere ostfriesische Kommunen und Organisationen, wie Katrin Hellwig, bei der Hochschule für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, berichtet. „Der Müllberg, der durch den Genuss in Einwegbechern entsteht, ist enorm: Jährlich kommen in Deutschland rund drei Milliarden solcher Becher auf den Markt und müssen entsorgt werden“, berichtet sie. Dem möchten nun die Hochschule Emden/Leer, die Städte Emden, Leer, Aurich und Norden, und die Kaffeerösterei Baum aus Leer nun gemeinsam entgegenwirken.

Mehrere Teilnehmer stehen bereits fest

Geplant ist ein Pfandsystem, bei dem die Kaffeebecher an möglichst vielen Stellen in der Region genutzt beziehungsweise wieder zurück gegeben werden können. Das Pfandgeld soll einen Euro betragen. Die Initiative hat jetzt Betriebe aus ganz Ostfriesland dazu aufgerufen, sich an dem System zu beteiligen. Zugesagt haben dabei der Sprecherin zufolge beispielsweise neben den bereits genannten Beteiligten das Volkswagen-Werk Emden, das Klinikum Leer, die Bäckereien Sikken und Buchholz sowie die AG Ems, Betreiber der Fähren nach Borkum. „Je mehr Partner mitmachen, desto besser“, sagt Anna Gerritzen, an der Hochschule Emden/Leer für den Bereich „Nachhaltigkeit und Gesellschaftliche Verantwortung“ zuständig. Warum sich die Hochschule entscheidend an dem Projekt beteiligt, begründet der Präsident Prof. Gerhard Kreutz wie folgt: „Wir haben uns in unserem Leitbild und als Fairtrade-Hochschule dem Thema Nachhaltigkeit stark verpflichtet, in Forschung und Lehre, aber nicht zuletzt auch im Transfer in die Region.“

Bechersystem-Anbieter stammt aus München

Die Entscheidung, welche Becher genutzt werden, ist bereits getroffen worden. Verwendet wird das System des Anbieters Recup, einem im September 2016 gegründeten Startup-Unternehmen aus München. „Der Becher kann rund 500 Mal benutzt werden, bevor er entsorgt werden muss“, so Hellwig. Recup bietet Becher in drei verschiedenen Größen (0,2, 0,3 und 0,4 Liter) an – inklusive Deckel natürlich, wie man ihn von Einwegbechern kennt. Im zweiten Schritt wird derzeit an einer Gestaltung der Becher gearbeitet. Die Hochschulsprecherin nennt als Beispiele typische Wahrzeichen der Region wie die Waage in Leer, das Emder Hafentor oder die Mensa der Hochschule, die zu sehen sein sollen.

Weitere Beteiligung möglich

Interessierte Firmen, Schulen und andere Institutionen, die sich am Pfandsystem beteiligen möchten, können sich an Anna Gerritzen ( anna.gerritzen@hs-emden-leer.de, Telefon 04921/8071052), Karsten Everth ( karsten.everth@leer.de, Telefon 0491/9782181), Jann Gerdes ( jann.gerdes@emden.de, Telefon 04921/871505) oder Peter Kant ( peter.kant@norden.de; Telefon 04931/923315) wenden.


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