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Im Kreis Leer Erneut Feuer in Unterkunft von Werkarbeitern der Meyer Werft

Von dpa

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Erneut hat es in einer Unterkunft für Werkarbeiter der Meyer Werft im Emsland gebrannt. Foto: Feuerwehr LeerErneut hat es in einer Unterkunft für Werkarbeiter der Meyer Werft im Emsland gebrannt. Foto: Feuerwehr Leer

Ihrhove. Wieder brennt es in einer Unterkunft für Werkarbeiter der Meyer Werft. Niemand wird verletzt, aber die Erinnerung an ein Feuer mit zwei Toten geweckt. Hat sich an den Zuständen etwas geändert?

Erneut hat es in einer Unterkunft für Werkarbeiter der Meyer Werft im Emsland gebrannt. In dem Haus in Ihrhove im Kreis Leer kam es am Samstagmorgen zu einem Küchenbrand, wie die Feuerwehr mitteilte. Drei bulgarische Bewohner, die während des Feuers anwesend waren, konnten sich rechtzeitig und unverletzt ins Freie retten. 15 osteuropäische Arbeiter wohnten nach Feuerwehrangaben in dem Einfamilienhaus, das dafür eigentlich zu klein sei. Die Küche wurde durch das Feuer vollständig zerstört. (Weiterlesen: Feuer in Leiharbeiter-Unterkunft entstand durch Brandstiftung)

Die Zimmer der Arbeiter, die zum Moment des Brandes größtenteils an ihrer Arbeitsstelle waren, seien nach dem Durchlüften wieder bewohnbar, teilte die Polizei mit. Der Schaden beträgt rund 15 000 Euro. Die Brandursache steht noch nicht fest. Neben rund 50 Feuerwehrmännern rückten auch das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst zum Brandort aus. Die Meyer Werft war für eine Stellungnahme am Samstag zunächst nicht erreichbar.

Nach dem Feuertod zweier Rumänen 2013 in einer Unterkunft für Werkarbeiter der Werft hatte es große Empörung über die Arbeits- und Lebensverhältnisse der in großer Zahl auf der Werft und in Fleischbetrieben der Region arbeitenden Osteuropäer gegeben. Unter dem Druck der Ereignisse führte die Werft einen Haustarifvertrag für die Werkarbeiter sowie eine Sozialcharta und einen Verhaltenskodex für Lieferanten ein. Dennoch gab es auch danach Berichte über Missstände.

Zuletzt hatte „Der Spiegel“ Anfang April über einen rumänischen Mitarbeiter einer Werkvertragsfirma der Werft berichtet, der sich über Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden täglich beklagt hatte. Der Arbeitgeber habe bei dubiosen Abrechnungen unter anderem Urlaubs- und Krankengeld einbehalten und Arbeiter in einer schimmeligen Sammelunterkunft untergebracht. Die Werft hatte eine Überprüfung der Vorwürfe angekündigt. Falls diese zuträfen, werde man die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmen beenden. Außerdem gebe es für die Werkarbeiter eine kostenlose Beratungsstelle des Roten Kreuzes.


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