In Leer, Emden und Aurich Schwarte-Gruppe übernimmt drei Max-Moritz-Autohäuser

Meine Nachrichten

Um das Thema Ostfriesland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Papenburg/Leer. Die Gebrüder-Schwarte-Gruppe, die mit einem Autohaus an der Lehrer-Köhne-Straße in Papenburg vertreten ist und ihren Hauptsitz in Meppen hat, übernimmt drei Standorte der insolventen Max-Moritz-Gruppe in Leer, Emden und Aurich.

Bei einer Betriebsversammlung der gut 300 Max-Moritz-Mitarbeiter, die am Freitagvormittag in Aurich stattfindet, wird die Übernahme nach Informationen unserer Redaktion offiziell bekannt gegeben. Verbunden mit der Übernahme ist der Abbau von etwa 40 Arbeitsplätzen, etwa 230 inklusive Auszubildener bleiben demnach aber erhalten. Nicht übernehmen wird Schwarte den Standort Wiesmoor, für den es wohl keine Zukunft geben wird. Das hatte Burkhard Weller, Chef der Weller-Gruppe, zu der Max Moritz bisher gehörte, bereits im Dezember 2017 gegenüber unserer Redaktion angekündigt.

Vertrieben werden in den Autohäusern die Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Skoda und Seat. Die Weller-Sparte Max Moritz ist bundesweit an zwölf Standorten vertreten, an denen nach Firmenangaben pro Jahr über 22.000 Fahrzeuge verkauft werden, und beschäftigt rund 650 Mitarbeiter, davon bisher gut 300 in Ostfriesland.

Weder bestätigt noch dementiert

Ein Mitglied der Geschäftsführung der Gebrüder-Schwarte-Grupppe war am Donnerstag für unsere Redaktion nicht erreichbar. Der Insolvenzverwalter der Max-Moritz-Autohäuser, Gerrit Hölzle aus Hamburg, wollte die Einigung „weder bestätigen noch dementieren“ und verwies auf die Betriebsversammlung am Freitag in Aurich.

Die Einigung zur Übernahme ist nach Informationen unserer Redaktion bei Gesprächen der Gläubiger und der Schwarte-Gruppe am Dienstag und Donnerstag zustande gekommen. Die Zeit eilte, weil das vorläufige Insolvenzverfahren Ende März auslief und damit die Zahlung von Insolvenzgeld.

Der Abbau von knapp zehn Prozent des Mitarbeiterstamms kann nach Informationen unserer Redaktion sozialverträglich erfolgen, also beispielsweise durch Vorruhestandsregelungen oder der Nichtverlängerung von Zeitverträgen.

Mitarbeiterzahl nahezu verdoppelt

Für Schwarte ist die Übernahme durchaus ein großer Schritt. Die Gruppe, die im Jahr 1984 von Wilhelm Schwarte in Haselünne gegründet wurde, ist bisher an fünf Standorten (neben Papenburg, Meppen und Haselünne in Lübbecke und Bünde) mit etwa 400 Mitarbeitern aktiv und erweitert damit ihren Mitarbeiterstamm kräftig. Vertretungsberechtigte Gesellschafter sind Wilhelm und Stefan Schwarte. Die Gruppe hatte erst vor drei Jahren den Papenburger Standort zwischen Lehrer-Köhne-Straße und Rheiderlandstraße übernommen und vor wenigen Wochen rund 800.000 Euro in ein „Reifen-Hotel“ für 1650 Reifensätze investiert. Die Gruppe hat nach Angaben von Geschäftsführer Stefan Schwarte 2017 rund 7400 Fahrzeuge verkauft.

Der Verkauf der drei Autohäuser in Leer, Emden und Aurich ist eng mit dem Volkswagen-Konzern abgestimmt, heißt es aus Verhandlungskreisen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN