Gründervater geehrt Wasserfreunde Völlen/Papenburg feiern Jubiläum

Von Hermann-Josef Döbber

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Mit Urkunden und Präsenten ehrte Vorsitzender Jakobus Rieken (links) seine Amtsvorgänger Horst Jelting (Mitte) und Johann Beerens. Foto: Hermann-Josef DöbberMit Urkunden und Präsenten ehrte Vorsitzender Jakobus Rieken (links) seine Amtsvorgänger Horst Jelting (Mitte) und Johann Beerens. Foto: Hermann-Josef Döbber

Völlenerfehn. Die Wasserfreunde Völlen/Papenburg haben während einer Feier zum 50-jährigen Bestehen die Verdienste von Gründervater Johann Beerens gewürdigt. Nach den Worten des Vorsitzenden Jakobus Rieken hatte Beerens den Verein 1968 zunächst als Abteilung im FC Stern Völlenerfehn aus der Taufe gehoben und war von der Vereinsgründung 1970 bis 1980 Vorsitzender.

„Vor dieser Leistung muss man ganz tief den Hut ziehen“, sagte Rieken im Schulfestsaal in Völlenerfehn mit einem Blick auf den 89-Jährigen. „In der Anfangszeit waren die Trainingsmöglichkeiten beschränkt. Im Sommer stand das Papenburger Freibad zur Verfügung, im Winter waren die Fahrten mit dem Bus zum Hallenbad in Leer zeitraubend und kostspielig.“

Halle bot neue Möglichkeiten

Die 1967 in Völlenerfehn an der Mittelpunktschule errichtete Sporthalle hatte dem FC Stern die Chance geboten, neben Fußball und Tischtennis weitere Sportarten anzubieten. Auf einer Infoveranstaltung am 23. November 1967 sprachen sich die Anwesenden für die Gründung der Abteilungen Gymnastik und Schwimmen aus. Von Zustimmung bis zu Skepsis reichten im Februar folgenden Jahres in der Generalversammlung die Ansichten über die neue Schwimmabteilung. Die Kritiker glaubten, die neue Abteilung belaste unnötig die Vereinskasse, war damals in der Ems-Zeitung zu lesen. Obwohl klargestellt wurde, dass die Abteilung eigenständig bei eigener Kassenführung arbeitet, hieß es weiter.

Vom FC Stern gelöst

Im Januar 1970 trafen sich die Mitglieder der Schwimmabteilung in Papenburg am Mittelkanal rechts in der Gaststätte van der Pütten (heute Moschee der islamischen Gemeinde Papenburg). Mitglieder um Norman Janssen und Marga Gupta hatten am 20. Dezember 1969 in der Gaststätte Watermann in einer Versammlung die Entscheidung gefällt, sich vom FC Stern zu lösen und in Kürze einen Verein zu gründen. Johann Beerens, Lehrer in Völlenerfehn, übernahm den Vorsitz. Durch geheime Wahl wurde der Vereinsname „Wasserfreunde Völlen/Papenburg“ in Völlen-Völlenerfehn ermittelt. 2016 verlegte der Verein seinen Sitz in die Fehnstadt und wechselte vom Kreissportbund (KSB) Leer unter das Dach des KSB Emsland.

Aktuell 983 Mitglieder

Vorsitzender Jakobus Rieken sagte, dass seit 50 Jahren in dem aktuell 983 Mitglieder zählenden Verein viele Leute ehrenamtlich anpackten, um den Vereinszweck, die Schwimmausbildung, zu verwirklichen. „Das darf uns mit Stolz erfüllen“, so Rieken weiter. „An alle, die sich in den letzten fünf Jahrzehnten – in welcher Weise und an welcher Stelle auch immer – zum Wohle des Vereins eingesetzt habe, richte ich heute Abend ein ganz herzliches Dankeschön.“ Mit inbegriffen in den Dank waren auch die Vorsitzenden Horst Jelting (1980–1986) und Riekens Vorgänger, Ehrenvorsitzender Hermann Siemer (1986–2006), der aufgrund einer Familienfeier nicht am Jubiläum teilnehmen konnte, das in die Jahreshauptversammlung des Vereins eingebettet war.

Über Kreisgrenzen hinweg

Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) fand in seinem Grußwort den Umstand bemerkenswert, dass es mit den Wasserfreunden einen Verein über die Grenzen der Gemeinde Westoverledingen und der Stadt Papenburg sowie über die Kreisgrenze zwischen Leer und dem Emsland gibt. Das zeige, dass sich gute Nachbarschaft auszahlt und es keine Rolle spielt, ob nun einen guter Schwimmer diesseits oder jenseits der Gemeindegrenzen wohnt. Ebenso bemerkenswert wie diese besondere 50-jährige Geschichte sei die Vielfalt an Wassersport- und Schwimmangeboten. Bechtluft ging auch auf die aktuell in Papenburg schwierige Lage der Schwimm-Möglichkeiten ein. Damit die Bad-Infrastruktur aber auch in den kommenden Jahrzehnten in Papenburg gesichert bleibt, arbeiteten Rat und Verwaltung gemeinsam mit Vereinen wie den Wasserfreunden und Privatpersonen daran, eine dauerhafte Lösung, sprich ein neues Schwimmbad, auf den Weg zu bringen. „Das soll ganz speziell auf die Schwimmausbildung und den Schwimm- und Tauchsport ausgerichtet sein.“

Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes (parteilos) zufolge zeichnen sich die Wasserfreunde durch Vielfältigkeit aus und sind ein stabiler Verein mit erst vier Vorsitzenden.

Weitere Grußworte sprachen der Vorsitzende des Bezirksschwimmverbandes, Tjark Schröder, KSB-Emsland-Vizepräsident Hermann Wilkens, der Vorsitzende des Kreissportbundes Leer, Jörg Kromminga, Holger Holzenkämpfer als Vorsitzender des FC Stern Völlenerfehn und der ehemalige Vorsitzende Horst Jelting.


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