Vorstandswahlen Vier Frauen führen nun die CDU im Kreis Leer

Von Holger Szyska

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Vier Frauen wollen die CDU im Kreis Leer auf Kurs halten. Neben der neuen Kreisvorsitzenden Melanie Nonte aus Hesel (Zweite von links) stehen als gleichberechtigte Stellvertreterinnen (von links) Hildegard Hinderks, Gesa Groenewold und Tatjana Maier-Keil auf der „Kommandobrücke“. Foto: Holger SzyskaVier Frauen wollen die CDU im Kreis Leer auf Kurs halten. Neben der neuen Kreisvorsitzenden Melanie Nonte aus Hesel (Zweite von links) stehen als gleichberechtigte Stellvertreterinnen (von links) Hildegard Hinderks, Gesa Groenewold und Tatjana Maier-Keil auf der „Kommandobrücke“. Foto: Holger Szyska

Weener. Melanie Nonte aus Hesel ist auf dem Kreisparteitag der Christdemokraten in Weener zur Chefin des CDU-Kreisverbands Leer gewählt worden. Zur Seite stehen ihr drei Stellvertreterinnen.

Frauen an die Macht – wie in Berlin so in Weener: Während in der Bundeshauptstadt die Kanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel mit Annegret Kramp-Karrenbauer als neuer Generalsekretärin ihrer Partei in die Zukunft geht, setzt sich an der christdemokratischen Basis ebenfalls das weibliche Geschlecht durch. Den Bogen von der Bundes- zur Lokalpolitik schlug in ihrer Bewerbungsrede am Dienstagabend auch Melanie Nonte. „Neue Dynamik für Deutschland“, zitierte die 46-jährige Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin aus dem schwarz-roten Koalitionsvertrag. „Das muss von uns allen getragen und gelebt werden.“

Keine Gegenkandidaten

Das Votum der 108 Parteimitglieder in Weener fiel eindeutig aus. Bei nur zwei Enthaltungen und acht Gegenstimmen stärkten ihr 92,4 Prozent der Stimmberechtigten den Rücken. Gegenkandidaten gab es nicht. In den kommenden Monaten hat Nonte die Gelegenheit, auch die restlichen zehn Parteimitglieder von sich zu überzeugen. Denn die nächste Wahl des Kreisvorstands muss spätestens bis zum Ende dieses Jahres erfolgen, wie der Kreistagsfraktionsvorsitzende Dieter Baumann aus Warsingsfehn anmerkte. Das liegt daran, dass es sich am Dienstagabend um eine Nachwahl handelte. Diese war notwendig geworden, weil der Vorsitz Mitte November durch den Rücktritt von Burkhard Wallesch aus Rhauderfehn vakant geworden war.

Nonte gehört seit eineinhalb Jahren als stellvertretende Vorsitzende dem Kreisvorstand an. „Wir sind mit dem Vorstand auf einem guten und richtigen Weg, den will ich mit dem Vorstandsteam weitergehen.“ Ihren Vize-Posten nimmt nun Tatjana Maier-Keil aus Rhauderfehn ein, die damit zusammen mit den beiden weiteren Stellvertreterinnen Hildegard Hinderks aus Weener und Gesa Groenewold aus Leer das Frauen-Quartett an der Verbandsspitze komplettiert.

„Weiblichster Kreisverband Deutschlands“

„Wir sind jetzt der weiblichste Kreisverband Deutschlands“, sagte Dieter Baumann. „Das haben wir ganz ohne Quote erreicht, darauf können wir stolz sein.“ Schmunzelnd sprach Baumann von einer „Sensation“, über die „die bundesdeutsche Presse berichten müsste“.

Ganz so weit ist es zwar noch nicht. Aber Melanie Nonte, die beruflich als Referentin beim Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) tätig ist, dürfte zumindest keine Übergangslösung sein. Seit sie vor 16 Jahren aus Lengerich in Westfalen nach Hesel zog, hat sie sich kontinuierlich engagiert. So war sie sechs Jahre lang Schulelternratsvorsitzende. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war schon damals mein Thema“, nannte Nonte einen politischen Schwerpunkt. Ihre politische Laufbahn begann 2011 mit dem Einzug in den Gemeinderat Hesel, seit 2016 gehört sie auch dem Samtgemeinderat Hesel an. Zudem führt sie seit 2015 den CDU-Samtgemeindeverband Hesel, der sie zur Wahl als Kreisvorsitzende vorgeschlagen hatte.

Gruppierungen der Partei sollen enger eingebunden werden

In ihrem neuen Amt strebt Nonte „eine engere Einbindung aller Gruppierungen“ an – von der Senioren-Union über die Junge Union bis hin zur Mittelstandsvereinigung. Auch den Ausbau und die Stärkung der Partei-Arbeitskreise hat sie sich vorgenommen. „Mein Motto ist: Vorangehen und nicht nachziehen“, sagte die 46-Jährige. „Das sollte unsere Devise sein.“

Als Beisitzer wurden Ruth Wreesmann aus Ostrhauderfehn und Johann Duis aus Bühren in den Kreisvorstand gewählt. Sie treten damit die Nachfolge von Tatjana Maier-Keil und Heinz Brunken aus Selverde an.


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