Eine Fahndung läuft weiter Weitere Festnahme nach Entführung eines Reeders aus Leer

Von Daniel Gonzalez-Tepper

In dem Fall des entführten Reeders aus Leer sind bereits fünf Urteile am Landgericht Aurich ergangen. Ein 35-Jähriger, nach dem bisher gefahndet wurde, hat sich gestellt, ein weiterer mutmaßlicher Mittäter ist noch auf der Flucht. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaIn dem Fall des entführten Reeders aus Leer sind bereits fünf Urteile am Landgericht Aurich ergangen. Ein 35-Jähriger, nach dem bisher gefahndet wurde, hat sich gestellt, ein weiterer mutmaßlicher Mittäter ist noch auf der Flucht. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Leer. Die Polizei hat im Zusammenhang mit der Entführung eines Reeders aus Leer im April 2016 jetzt einen weiteren Tatverdächtigen ermitteln können. Er hat sich der Polizei gestellt.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Aurich und der Polizeiinspektion Leer/Emden von Donnerstag heißt es, dass sich am Dienstag ein 35-Jähriger der Polizei gestellt hat. Er stammt wie vier bereits verurteilte Mittäter aus Polen. Gegen ihn bestand bereits ein Haftbefehl und er war zur Fahndung ausgeschrieben.

Der 35-Jährige war gegen 13 Uhr im Beisein seines Rechtsanwaltes bei der Polizeiinspektion Leer/Emden erschienen und hatte sich gestellt. Dem Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durch einen Richter des Amtsgerichts in Leer der Haftbefehl verkündet, danach wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Fahndung nach einem weiteren polnischen Tatverdächtigen dauert an.

In dem Fall, in denen mehrere der Männer sich als Polizisten verkleidet, den Reeder in ein Ferienhaus in Hatzum verschleppt und Lösegeld von einer Million Euro verlangt hatten, sind bereits fünf Urteile am Landgericht Aurich ergangen. Drei von ihnen wurden zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und mehr als sechs Jahren verurteilt. Ein Angeklagter erhielt eine Bewährungsstrafe, ebenso die damals 91-jährige Mutter des mutmaßlichen Drahtziehers der Entführung, der aus Iserlohn stammt. Die Verhandlung gegen ihn steht aus gesundheitlichen Gründen noch aus. Die Seniorin hatte ihr Konto zur Verfügung gestellt, auf dem das Lösegeld eingehen sollte. Das Geld war bereits angewiesen worden, woraufhin das Opfer freigelassen wurde, die Überweisung konnte aber von den Ermittlern gestoppt werden. Wegen des hohen Alters der Frau wurde von einer Haftstrafe abgesehen.

(Weiterlesen: Falsche Polizisten und eine 90-Jährige nach Entführung vor Gericht)