Herbert Fehrmanns zweiter Roman Harener schreibt über Liebe in Zeiten des Krieges

Von Susanne Risius-Hartwig

Der Harener Herbert Fehrmann hat seinen zweiten Roman geschrieben. Er ist im Dezember 2017 erschienen. Foto: FehrmannDer Harener Herbert Fehrmann hat seinen zweiten Roman geschrieben. Er ist im Dezember 2017 erschienen. Foto: Fehrmann

Haren. Ein Sprung durch die Zeit steht am Anfang des Romans „Geleitzug PQ17“ von Herbert Fehrmann aus Haren. Eine alte Dame wird überrascht, als der Postbote ihr einen Brief vom Roten Kreuz überreicht. 32 Jahre lang ist dieses Schreiben unterwegs gewesen. Und der Inhalt bringt die Welt der Dame ins Wanken.

Rückblende: Die weibliche Hauptfigur in Fehrmanns zweitem Roman begibt sich im Sommer 1942 mit einem Taxi zum Hafen von Halifax, Kanada: „Kaum stand das Taxi, welches schon längst die besten Jahre hinter sich liegen hatte, entstieg eine junge Frau diesem Oldtimer und hob beeindruckt ihren Blick hinauf zu den Frachtern und Kriegsschiffen.“ Nicht nur diese Szene erinnert an die große Kinoleinwand. Fehrmann schreibt, wie man sich das Skript für einen Film vorstellt. Und das mit Absicht, wie der Autor selbstbewusst betont. Er schreibe „für jeden, der eintauchen möchte in eine bewegende Love-Story, die in der Größenordnung von ,Titanic‘ und oder ,Pearl Harbour‘ daherkommt.“

Schreibender Kameramann

Fehrmann ist Regisseur und Kameramann und hat in den zurückliegenden Jahren im Emsland mehrere Kurzfilm-Projekte realisiert, unter anderem „Der Koffermacher“, der kürzlich im ARD-Nachtprogramm zu sehen war.

„Geleitzug PQ17“ ist im Dezember 2017 erschienen und bereits der zweite Roman des gebürtigen Hareners. Die tragisch mit einander verwobenen Geschichten einer Rettung und einer Liebesbeziehung werden erzählt vor dem Hintergrund der grausamen Wirklichkeit des Zweiten Weltkrieges. Die Geschichte der größten Geleitzugschlacht, bei der deutsche Unterseeboote, Torpedoflugzeuge und Sturzbomber in tagelangem Kampf versuchen, den alliierten Nachschubweg über das Nordmeer nach Sowjetrussland zu sperren, ist detailreich recherchiert und nimmt einen großen Teil der Handlung ein.

Es geht ums nackte Überleben

Es ist die Geschichte von Reporterin Samantha McCancy und dem Marinekanonier Brian Thomson, die der Zufall auf einem dieser Frachter aufeinandertreffen lässt. Widerwillig kümmert sich Thomson auf Geheiß des Captains an Bord um die Reporterin. Dabei erhält sie Einblick in eine bislang ungekannte Welt – weit weg von der üblichen Propaganda. Mit jedem Angriff lernt sie, dass die Realität nichts mit dem zu tun hat, was sie für ihre Auftraggeber niederschreiben soll. Es geht ums nackte Überleben, nicht um Heldenmut. Während der für zwei Wochen angesetzten Überfahrt von Reykjavík nach Archangelsk kommt Samantha Brians Geheimnis auf die Spur.

„Von den 35 gestarteten Frachtern erreichten drei des Geleitzuges PQ17 den russischen Hafen in Archangelsk“, schreibt Fehrmann im Nachwort und widmet seinen Roman den Gefallenen des Seekrieges.

Der Titel kann für 6,99 Euro als E-Book oder in ausgedruckter Fassung für 9,99 Euro im örtlichen Buchhandel erworben werden (ISBN: 9783743153153929).