Projekt nimmt endlich Fahrt auf GmbH für Emsfähre bei Weener aus der Taufe gehoben

Von Holger Szyska

Die Emsfähre bei Weener soll als Zwischenlösung dienen bis zum Wiederaufbau der Friesenbrücke. Die war im Dezember 2015 bei einem Unfall mit einem Frachtschiff zerstört worden. Foto: Gerd Schade/ArchivDie Emsfähre bei Weener soll als Zwischenlösung dienen bis zum Wiederaufbau der Friesenbrücke. Die war im Dezember 2015 bei einem Unfall mit einem Frachtschiff zerstört worden. Foto: Gerd Schade/Archiv

Weener/Papenburg. Die Fähre über die Ems als Zwischenlösung für die durch einen Unfall zerstörte Friesenbrücke rückt Schritt für Schritt näher. Die Stadt Weener und die Gemeinde Westoverledingen haben jetzt die kommunale Schiffsgesellschaft „Friesenbrücke“ offiziell gegründet.

Bei einem Notar in Papenburg habe am Mittwoch die Beurkundung im Beisein der beiden Bürgermeister Ludwig Sonnenberg und Theo Douwes stattgefunden, sagte Eberhard Lüpkes auf Anfrage. Der ehemalige Westoverledinger Bürgermeister wurde zum Geschäftsführer der GmbH bestellt, die das Boot für die Fährverbindung zwischen Weener und Mitling-Mark chartern wird.

(Weiterlesen: Bund will Teilneubau der Friesenbrücke finanzieren)

Ursprünglich nicht vorgesehen war eine Vertreter-Regelung. Wie Lüpkes erklärte, wurden Weeners Erster Stadtrat Hermann Welp und Westoverledingens Erster Gemeinderat Rolf Hüser beide mit Prokura ausgestattet. „Sie können mich vertreten“, so der Geschäftsführer, der diese Regelung befürwortet: „Wir müssen handlungsfähig bleiben, falls ich ausfallen sollte.“ Zudem seien die beiden Kommunen als Gesellschafter somit auch personell eingebunden.

Kosten für Fährbetrieb übernehmen Reederei und Meyer Werft

Der Notar wird nun die Eintragung der Fährgesellschaft beim Amtsgericht veranlassen, erklärte Eberhard Lüpkes. Im Anschluss könne der Chartervertrag für das Boot geschlossen werden, das die Reederei Schulte & Bruns und die Meyer Werft derzeit bei einer Werft am Rhein bauen lassen. Die beiden Unternehmen haben angekündigt, auch alle Kosten für den Fährbetrieb zu übernehmen.

Bevor die Emsfähre als zeitweiliger Ersatz für die zerstörte Friesenbrücke verkehren kann, müssen jedoch noch Anlegestellen eingerichtet werden – „so schnell wie möglich“, wie Lüpkes sagte. Das Projekt war mehrfach verschoben worden, im Juni 2017 war von „Spätsommer“ die Rede, zuletzt von Pfingsten 2018. Ohne die Fährverbindung müssen Radfahrer und Spaziergänger weiterhin einen Umweg von zig Kilometern bis zur nächsten Emsquerung nehmen.