Serie „Bands aus der Region“ Amerikanische Bluesmusik in Völlenerkönigsfehn

Von Jennifer Kemker

Ein Mal in der Woche proben (von links) Ludger Janssen, Reinhard Schulte, Gerold Neufend und Christoff Berlage in ihrem kleinen Probenraum in Völlenerkönigsfehn. Foto: Jennifer KemkerEin Mal in der Woche proben (von links) Ludger Janssen, Reinhard Schulte, Gerold Neufend und Christoff Berlage in ihrem kleinen Probenraum in Völlenerkönigsfehn. Foto: Jennifer Kemker

Völlenerkönigsfehn. Ein Leben ohne Musik können sich die Blues-Liebhaber der Band „Slidin‘ Train“ aus Völlenerkönigsfehn nicht mehr vorstellen. Schon in jungen Jahren haben sich Gerold Neufend, Reinhard Schulte, Ludger Janssen und Christoff Berlage den Klängen und Rhythmen der Stilrichtung verschrieben, die ihre Wurzeln in der populären nordamerikanischen Musik hat.

Bereits als Jugendlicher fing Berlage an, Gitarre zu spielen. Zunächst zog der Papenburger damals für rund 40 Jahre in die Nähe von Hamburg. Heute wohnt er wieder in der Heimat und probt ein Mal in der Woche mit seinen Bandkollegen. „Musik ist einfach toll“, so Berlage. Seit seinem zwölften Lebensjahr spielt Neufend das Saiteninstrument. Damals habe es nach seinen Worten nur drei TV-Sender gegeben, und in den Sendepausen wurden Musiker wie Johnny Cash gezeigt. „Das war meine erste Begegnung mit der Musik, die mich bis heute geprägt hat“, verriet Neufend. Neben der Gitarre beherrscht der Musiker auch die Mundharmonika.

Bassgitarrist Janssen lernte Neufend in der Lehrzeit als Metallbauer kennen. Nachdem sie sich einige Zeit aus den Augen verloren hatten, trafen sie sich bei einer Bandprobe wieder und engagierten Janssen 2012 direkt als weiteres Mitglied. Schlagzeuger Schulte kam durch seinen Bruder zur Musik, der sich stundenlang die Beatles und Stones anhörte. Bereits bei der Bundeswehr hat Schulte gelernt, das Schlagzeug zu spielen, wie er berichtete. „Damals haben wir ab und zu ein bisschen Musik zusammen gemacht“, sagte Schulte. Darüber hinaus kann er drei Jahre Erfahrung im Kirchenchor und 15 Jahre im Shantychor vorweisen. „Musik war mir schon immer wichtig.“

Auf Züge aufspringen

Das Gefühl des Blues spiegelt sich nach den Worten von Gitarrist und Sänger Neufend auch im Namen der Band wider. „Slidin‘“ sei eine bestimmte Art, die Gitarre zu spielen. Das Wort „Train“ verwendeten die Musiker im Bandnamen, weil die amerikanischen Musiker in den 1930er und 1940er Jahren oft auf Züge aufgesprungen sind, um von Ort zu Ort zu ziehen.

Diese vierköpfige Band hat es aber noch nicht immer so gegeben. Als Duo sind Neufend und Schulte angefangen und haben ab und zu auf privaten Veranstaltungen gespielt. Nach und nach hat sich die Besetzung, wie sie heute besteht, gefunden. Überwiegend präsentieren sie ihr Repertoire auf Geburtstagen oder Hochzeiten. Darüber hinaus spielten sie beim „Krach am Bach“ in Dörpen, im Heimathaus in Aschendorf, bei der Rocknacht in Langholt, im „Eleven“ in Renkenberge sowie bei Neujahrsempfängen oder Benefizkonzerten. „Ein Highlight wäre es auch, wenn wir mal bei der Kneipennacht in Papenburg spielen könnten“, verriet Berlage.