Schwerste Erschütterung seit 2012 Erde bebt in der Provinz Groningen

Von Kai-Uwe Hanken und Daniel Gonzalez-Tepper

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Das Beben in der Provinz Groningen am Montagnachmittag hatte eine Stärke von 3,6. Symbolfoto: Alanah M. Torralba/dpaDas Beben in der Provinz Groningen am Montagnachmittag hatte eine Stärke von 3,6. Symbolfoto: Alanah M. Torralba/dpa

kah/hk/dgt Delfzijl. Der Nordosten der Provinz Groningen ist am Montagnachmittag gegen 15 Uhr von einem Erdbeben der Stärke 3,4 heimgesucht worden. Das Landesamt für Geologie in Hannover hat auf Anfrage Aussagen zur Spürbarkeit im Grenzgebiet gemacht.

Häuser erzitterten dabei, wie niederländische Medien nach Anrufen von Bürgern berichten. Größere Schäden oder gar Verletzte wurden nicht gemeldet.

Das Epizentrum des Bebens befand sich nach Angaben des Senders „RTV Noord“ in Zeerijp, in der Nähe von Eemshaven und Delfzijl, in einem Gewinnungsgebiet von Erdgas. Erschütterungen seien auch in der Stadt Groningen zu spüren gewesen, hieß es. Spürbar war das Beben auch in der Universitätsklinik in Groningen (UMCG), wie verschiedene Medien meldeten. „Das Beben hatte jedoch keine Folgen für die Patienten in den OP-Räumen, auf der Intensivstation oder mit Herzüberwachung“, teilte das UMCG per Twitter mit.

Landesamt für Geologie nimmt Stellung

Im Grenzgebiet, also dem nördlichen Emsland oder dem Landkreis Leer, ist das Erdbeben nach Angaben des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover nicht registriert worden. Als nachgewiesen gilt ein Erdbeben einer Sprecherin zufolge ab einem Wert von 2,0. Zwischen dem Epizentrum in Zeerijp und der Stadt Papenburg liegen etwa 70 Kilometer. Schwingungen werden auch unterhalb des Wertes von 2,0 gemessen, eine Zuordnung, woher diese stammen, sind in niedrigeren Bereichen allerdings schwierig.

Es war das zweitschwerste Beben, das je in der Provinz Groningen gemessen wurde. Im Jahre 2012 gab es ein Beben mit 3,6 auf der Richter-Skala in Huizinge. Ursache für die Erschütterungen sind Gasbohrungen in dem Gebiet. Die Bohrungen in etwa drei Kilometer Tiefe lassen die Erdschichten absacken. Die Folge sind sogenannte Mikrobeben. Schon seit Jahren regt sich Widerstand aus der Bevölkerung gegen die Maßnahmen. Immer wieder gibt es Schäden an Häusern und Gebäuden.

In den Niederlanden keine Seltenheit

Das jüngste Beben war bereits das sechste im Gebiet um Zeerijp innerhalb nur eines Monats. In 2017 gab es ingesamt 18 Erdbeben, für deren Ursache die Gasentnahme im Nordosten der Provinz Groningen gilt. Dort hat die „Nederlandse Aardolie Maatschappij“ (NAM) zwischen 1963 und 2015 insgesamt 2115 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert. In dem Gebiet leben etwa 150.000 Menschen.


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