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Weder Proteste noch Winterwetter Schwagstorferin sagt: Alles ruhig in West Virginia

Von Johanna Brörmann | 06.02.2017, 12:14 Uhr

Johanna Brörmann aus Schwagstorf absolviert als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestags und des amerikanischen Kongresses ein Austauschjahr in Buckhannon, West Virginia. Das erste Halbjahr ist inzwischen vorüber, es verging für Johanna wie im Fluge – unter anderem, weil es zurzeit, aber ja auch schon in den vergangenen Monaten, Aufregendes rund um die Präsidentschaftswahlen zu erleben gab. Lesen Sie selbst.

Mein erstes Halbjahr in den USA ist vorüber, was für mich kaum zu glauben ist, da es sich erst wie ein paar Wochen anfühlt. Bis jetzt war es toll und auch Weihnachten habe ich – fern der Heimat – super überstanden. Es war total spannend, die amerikanischen Weihnachtstraditionen zu erleben. Meine Lieblingstradition waren die „ornaments“. Das sind Weihnachtsbaumanhänger, die Ereignisse im Leben widerspiegeln, wie zum Beispiel die Geburt der Kinder oder die Hochzeit. So kann man beim Betrachten des Weihnachtsbaumes quasi das ganze Leben noch einmal Revue passieren lassen.

Viele Trumpfans

Großes Thema hier, wie in aller Welt, ist natürlich Donald Trump. Obwohl es in West Virginia sehr viele Trumpfans gibt, wurde die Inauguration hier meiner Meinung nach ziemlich emotionslos begleitet. Wir haben sie auf einer Leinwand im Klassenzimmer verfolgt, aber als Trump dann eingeschworen wurde, hat niemand wirklich eine Reaktion gezeigt. Anders als ich erwartet hätte, denn ich habe mit Jubel und Applaus gerechnet. Als dann die amerikanische Nationalhymne gespielt wurde, sind zunächst nur einige aufgestanden, aber schon nach wenigen Sekunden stand die ganze Klasse. Proteste gab es in meiner Umgebung nicht, was ich ein bisschen bedauere, denn ich hätte es sehr spannend gefunden, einen Protest zu erleben. Allerdings gab es ja am Samstag nach der Inauguration die „women’s marches“ in vielen Städten der USA und auch in anderen Ländern. Viele protestierten dabei für die Frauenrechte, was ja auch der ursprüngliche Sinn dieser Märsche war. Dazu kamen viele, die sich damit solidarisierten, andere haben sich mit den Märschen grundsätzlich gegen Trump ausgedrückt.

Wenig Schnee

Letztens habe ich Washington D.C. besucht, auf der Fahrt zurück nach West Virginia entstand das Foto unten. Als Sportart für den Winter habe ich in der Schule Schwimmen gewählt, was mir sehr viel Spaß macht. Zwar haben mir im Sommer alle erzählt, dass es hier so viel Schnee gebe, aber bis jetzt hat es sehr wenig geschneit. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.