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Uwe Lewandowski stellt aus Brillante Fotos in der Mädchenschule Ostercappeln

Von Christa Bechtel | 27.09.2016, 14:24 Uhr

Uwe Lewandowskis Fotos sind brillant, haben eine hohe Tiefenwirkung und zeigen jedes noch so kleinste Detail, sodass seine Bildkompositionen äußerst stimmungsvoll auf den Betrachter wirken. Davon können sich Besucher der Alten Mädchenschule in Ostercappeln überzeugen.

Sieben seiner großformatigen Bilder stellt der Fotograf derzeit auf Einladung des Kulturrings Ostercappeln (Kurios) unter dem Titel „Land schafft – Zeit Macht Raum“ in der Alten Mädchenschule aus. Musikalisch umrahmte die Vernissage das Duo Blum & Mix. ds sind Michaela Blum, Geige und Rainer Mix, Gitarre.

Ein verkorkster Urlaub

„Meine Liebe zur Fotografie habe ich mit 17 Jahren entdeckt“, erklärt Uwe Lewandowski. Auslöser sei ein verkorkster Amerika-Urlaub gewesen. „Für den habe ich mir eine Kamera geliehen. Nach dem 56. Bild, die ich mit der Kamera und dem gleichen Film gemacht hatte, habe ich gemerkt, dass ich keinen Film eingelegt hatte. Das war auf dem Highway 1 in Kalifornien (die Traumstraße Amerikas)“, erläutert er lächelnd. Grund genug, sich bei seiner Rückkehr in Deutschland eine eigene Kameraausrüstung zu kaufen. „Dann ging es direkt los mit der freien Mitarbeit für die Oldenburgische Volkszeitung“, so Lewandowski, der auch viele Jahre für unsere Zeitung als Fotograf tätig war.

„Meine Motive habe ich gesucht, als ich eigentlich auf der Suche nach wilden Landschaften im Osnabrücker Landkreis war. Habe aber gemerkt, dass die wilden Landschaften, die ich entdeckte, alle vorher von Menschen beeinflusst wurden“, veranschaulicht der passionierte Fotograf, der für das Konzept der Ausstellung auf die Idee kam: „Ich suche nach Landschaften, wo der menschliche Einfluss den Anstoß zur Landschaftsentwicklung gegeben hat.“

Als Bildmontage zusammengesetzt

Wie bekommt man diese Effekte hin? Lewandowski: „Für den Effekt reicht die normale Kameraauflösung, die einem von der Industrie vorgegeben wird, nicht aus. Deswegen musste ich überlegen: Wie bekomme ich diese Auflösungsfähigkeit vervielfältigt? Ich habe dann immer Teilbereiche dieser Landschaften fotografiert und sie anschließend als Bildmontage zusammengesetzt. In einem Bild stecken etwa 150 Arbeitsstunden und bis zu 3000 Einzelbilder, die genutzt wurden, um dieses Gesamtbild zu erstellen.“ Aufnahmezeit seien etwa drei bis fünf Stunden, verdeutlicht der Vater von zwei Kindern, der mit tauchen, schnorcheln, angeln einen Hang zur Natur hat.

Mehr als drei Bilder unterbringen

Zur Vernissage hieß Kurios-Vorsitzende Susanne Winkler die Besucher willkommen. „Ich freue mich sehr, dass ich hier ausstellen darf. Weil ich diesen Kirchlatz, diesen Raum sehr schön finde“, betonte Uwe Lewandowski, der selbst in seine Ausstellung einführte. Es sei zwar eine kleine Herausforderung gewesen, „hier mehr als drei Bilder unterzubringen. Bei den Trauungen, die demnächst hier stattfinden, muss man mal schauen, ob man auf den Blick auf die Braut erst einmal verzichtet“, scherzte der Fotograf.

Bis zu 7000 Belichtungen

Vor sieben Jahren, so Lewandowski, habe er begonnen, nach wilden Landschaften zu suchen. Eingehend veranschaulichte er seinem Zuhörerkreis die bereits erwähnten Arbeitsschritte. „Die Bilder kann man bis drei mal neun Meter vergrößern, ohne dass Kamera-Pixel zu sehen sind“, hob er hervor. Außerdem habe er sich mit Biologen und Geologen unterhalten. So sei er beispielsweise zu seinem „Unterwasserpanorama Hase“ oder dem „Erlenbruch Krevinghausen“ gekommen, die er detailliert vorstellte. „Mein Kopf ist relativ groß, aber ein Ohr hat immer rausgeguckt“, definierte er zur Erheiterung des Auditoriums, wie er die Unterwasseraufnahme in der Hase kreiert habe. „Die Pflanzen bewegen sich ständig; daher auch 6000 bis 7000 Belichtungen, da ich nie wusste, wann ich welches Stück Gras mit welchem Bewegungsmuster zusammen bekomme. Das war bei diesem Bild das Schwierigste, weil man sozusagen keinen Haltepunkt hatte“, verriet der Künstler, der sich abschließend auf viele Fragen des Publikums freute.

Bis zum 13. November

Die Ausstellung kann bis Sonntag, 13. November, täglich von 15 bis 17 Uhr in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz besucht werden.