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Schafzucht bis Bierkistenaufsatz Ostercappelner Schüler stellen Unternehmenskonzepte vor

Von André Partmann | 01.06.2018, 10:01 Uhr

Wer ein erfolgreiches Unternehmen gründen will, braucht neben einer innovativen Idee vor allem eines: einen guten Business-Plan. Wie der aussehen kann, haben Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln am Mittwoch Wirtschaftsvertretern vorgestellt.

Mit einem simplen Einfall zum ganz großen Geld – wer träumt nicht davon? Wenig überraschend, dass Startups in Deutschland wie Pilze aus dem Boden sprießen. Doch so groß die Hoffnung der Gründer auf ein prall gefülltes Konto auch sein mag: Nur die wenigsten Geschäftsmodelle sind am Ende auch tatsächlich von Erfolg gekrönt.

Doch was braucht ein Unternehmen, um auf dem Markt erfolgreich zu sein? Und vielmehr noch: Wie steht es dauerhaft auf gesunden Füßen? Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule in Ostercappeln haben sich genau mit diesen Fragen im laufenden Schuljahr intensiv auseinandergesetzt.

Unternehmergeist wecken

Network for Teaching Entrepeneurship“ (NFTE), was sinngemäß mit „Netzwerk zum Unterrichten von Unternehmergeist“ übersetzt wird, heißt der Unterricht, den Schüler der neunten und zehnten Klasse an der Oberschule in Ostercappeln als Wahlpflichtkurs belegen können. Die Unterrichtsidee geht zurück auf einen gleichnamigen Verein, der seit 2004 bundesweit Lehrerinnen und Lehrer in „Entrepreneurship Education“ ausbildet. Der Plan dahinter: Schülern sollen anhand praxisbezogener Übungen und einzelner Vorträge Einblicke in die Wirtschaftswelt ermöglicht werden.

An der Ludwig-Windhorst-Schule in Ostercappeln gibt es den Unterricht schon seit einigen Jahren. Das Angebot habe sich dort bewährt, betont Schulleiter . Stefan Schubert. In diesem Schuljahr wurden die Wahlpflichtkurse von den Lehrkräften Susanne Laumann und Klaus Jostarndt geleitet. „NFTE förder die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler“, sagt Susanne Laumann. Im Zentrum der Arbeit steht, Begabungen zu erkennen und Stärken zu fördern.

Drei Kurse wurden an der Schule angeboten, 35 Schüler haben sich zu Beginn des Schuljahres für den Wahlpflichtkurs angemeldet. „Ziel des Kurses ist, wirtschaftliche Kompetenzen zu vermitteln“, so Laumann. „Die Schüler sollen nach dem NFTE-Unterricht in der Lage sein, ein Geschäftsmodell zu entwerfen und einen dazugehörigen Business-Plan aufstellen zu können.“

Für einen schulinternen Wettbewerb, in dessen Rahmen die Projekte vorgestellt wurden, haben Susanne Laumann und Klaus Jostarndt eine vierköpfige Jury aus ausgewählten Wirtschaftsvertretern eingeladen. Diese nahm die Unternehmenskonzepte der Schüler kritisch unter die Lupe, gab Tipps, Anregung und hielt sich auch mit Lob nicht zurück. Neben Marita Achilles (Niemeyer Schreibwaren), Rianca Buhr (Buhr Automatik-Türen) und Thomas Wollherr (Sehzentrum Optik Motzek Hörakustik) war auch Henning Hünerbein Teil der Fachjury. Der Schüler hatte im vergangenen Jahr den NFTE-Bundeswettbewerb in Berlin gewonnen und durfte seine Idee, ein Onlinemagazin für Osnabrück, in New York präsentieren.

Innovative Ideen

In Ostercappeln haben die Schüler viele Geschäftsmodelle vorgestellt: Von einem steuerbaren Fahrradventil über einen einklappbaren Grill bis hin zu einem elektrischen Rollstuhl waren zahlreiche innovative Ideen vertreten. Im Anschluss an die Präsentation bekam die Jury die Gelegenheit, Fragen zu stellen: Sind Ein- und Ausgaben realistisch kalkuliert worden? Stimmen Aufwand und Ertrag überein? Verfügt die Unternehmensidee über einen Markt und kann sie sich dort behaupten?

Die besten drei Ideen wurden von der Jury prämiert, für alle Schüler gab es zudem Zertifikate: Gewonnen hat Marie Bäcker mit einem Bierkistenaufsatz. Die Schülerin hat ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt und ist mit ihrer Idee bereits in Produktion gegangen. Ähnlich ist das bei Jannis Menke, der eine kleine Schafzucht betreibt und auf dem zweiten Platz landete. Den dritten Platz belegte Lars Melcher mit dem Unternehmenskonzept eines elektrischen Rollstuhls.