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Ortswehren bilden eine Einheit Feuerwehrkonzept 2018 der Gemeinde Ostercappeln

Von Hubert Dutschek, Hubert Dutschek | 04.06.2018, 19:36 Uhr

Für die Gemeindefeuerwehr Ostercappeln wurde ein zukunftsweisendes Konzept bis zum Jahr 2036 entwickelt. Neben der Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen wurde nunmehr auch die Gebäude- und Ausrüstungsplanung aufgenommen.

Im Gegensatz zu den Nachbargemeinden Bad Essen und Bohmte verzichtete die Gemeinde Ostercappeln auf die Erstellung eines Brandschutzbedarfsplans durch ein externes Fachbüro. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Soziales in Schwagstorf dankte Karl-Heinz Stosiek als stellvertretender Ausschussvorsitzender dem Gemeindekommando, das unter Federführung von Gemeindebrandmeister Olaf Meyer und seinem Stellvertreter Stephan Bölscher ein „gut ausgearbeitetes Konzept“ entwickelt hatte. Unter Beteiligung der politischen Vertreter wurde Mitte Mai der Planentwurf ausführlich vorgestellt und erläutert. Der Ausschuss stimmte ohne Gegenstimme für die Beschlussempfehlung an den Rat.

Die vier Ortsfeuerwehren

Im Feuerwehrkonzept werden zunächst die vier Ortsfeuerwehren Ostercappeln, Hitzhausen, Schwagstorf und Venne mit bisheriger Ausrüstung und Personalstand, den besonderen Gefahren im Löschbezirk und ihren besonderen Aufgaben dargestellt. Das Gemeindegebiet umfasst insgesamt 100 Quadratkilometer mit knapp 10.000 Einwohnern. Insgesamt verfügt die Gemeindefeuerwehr über 139 aktive Einsatzkräfte (Stand 2017). Besondere Gefahrenpunkte stellen Gewerbegebiete, die Bundesstraßen 51 und 218, die Bahnstrecke und der Mittellandkanal dar.

Größere Sachwerte

Die Gemeindefeuerwehr wird als Einheit verstanden. Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit vorangetrieben. Bei zeitkritischen Einsätzen, bei Gefahr für Lebewesen oder bei größeren Sachwerten werden zwei Ortsfeuerwehren gleichzeitig alarmiert, bei einer Alarmstufenerhöhung die gesamte Gemeindefeuerwehr.

Jede Ortsfeuerwehr ist für die eigenständige Bewältigung von Standardereignissen ausgerüstet. Darüber hinaus verfügen die Ortsfeuerwehren ja nach Schwerpunkt über zusätzliche Groß- und Spezialgeräte. Durch die Gesamtschau im Feuerwehrkonzept wird vermieden, dass eine derartige Ausrüstung doppelt oder mehrfach angeschafft wird. So wird außerdem sichergestellt, dass sich die vier Ortsfeuerwehren mit ihren Einsatzmitteln gegenseitig ergänzen.

Fahrzeugersatzbeschaffung

Bei der Planung der Fahrzeugersatzbeschaffung bis 2036 ist eine Rangfolge angegeben. An den ersten vier Stellen stehen die Beschaffung eines Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF10) für die Ortsfeuerwehr Ostercappeln im Jahr 2020, eines Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF20 für Venne im Jahr 2022 und eines HLF10 für Schwagstorf im Jahr 2024. Im Jahr 2026 ist die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs (LF20KatS) für die Ortsfeuerwehr Hitzhausen vorgesehen. Über den Zeitraum bis 2036 ist die Ersatzbeschaffung von insgesamt 11 Fahrzeugen mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Millionen vorgesehen.

Feuerwehrhaus in Hitzhausen

Besonderer Handlungsbedarf wird beim Feuerwehrhaus in Hitzhausen wegen baulicher Mängel gesehen. Es wird der Neubau an einem alternativen Standort empfohlen, um Fahrzeuge und Geräte sachgerecht unterbringen zu können. Bedarf besteht an einem geeigneten Gruppen- und Schulungsraum sowie Sanitäreinrichtungen. Die Umsetzung ist für 2023 mit geschätzten Kosten in Höhe von 700.000 Euro geplant.

Erweiterung und Renovierung

Für eine Erweiterung und Renovierung des Feuerwehrgerätehauses in Schwagstorf sind Investitionskosten von 275.000 Euro vorgesehen. Die Umsetzung soll 2020 erfolgen. Ein angrenzendes Grundstück wurde bereits erworben.

Ein großer Teil der Ausrüstungsgegenstände unterliegt dem Verschleiß. Pumpen, Notstromaggregate, Funkgeräte, Rettungssätze und Verbrauchsmaterial müssen ersetzt werden. Teilweise ist auch die Anpassungen an den technischen Wandel erforderlich. Hier sind bis 2036 Ausgaben in Höhe von 200.000 Euro vorgesehen.

Örtliche Verhältnisse

Abschließend wird in dem 26 Seiten umfassenden Papier auf die gesetzliche Verpflichtung gemäß Niedersächsischem Brandschutzgesetz hingewiesen, dass die Gemeinden „eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr“ aufzustellen haben. Diese Verpflichtung beinhaltet, für die erforderliche Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte zu sorgen sowie die für die Brandbekämpfung und Hilfeleistung erforderlichen Anlagen, Mittel und Geräte bereitzuhalten.